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31.10.2009Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Eine gesunde Frau, Mutter von vier Kindern

Erste deutsche H1N1-Tote ohne Vorerkrankungen? - Impfmüdigkeit wird von einem Experten als "unglaublicher Blödsinn" bezeichnet

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Die Zahl der an den Folgen der Neuen Influenza A/H1N1 gestorbenen Menschen hat sich heute auf sechs erhöht. Unter den neuen Toten findet sich Medienberichten zufolge auch eine Frau, die einzig an der "Schweinegrippe" genannten Krankheit gestorben sein soll. Die Zeit zitiert das Universitätsklinikum in Bonn, welches mit dem Fall vertraut ist, damit, dass die 48-jährige Mutter von vier Kindern unter "keinen bekannten Vorerkrankungen" litt, die den schweren Krankheitsverlauf erklären würden.

Das Robert Koch Institut rechnet nun damit, dass "auch in Deutschland verstärkt Patienten ohne weitere Vorerkrankungen an der Schweinegrippe sterben könnten".

Experten warnen zudem vor einer zweiten Welle der Neuen Influenza in Deutschland, die nun beginnen könnte: "Bislang war das nur Geplänkel". Wie der Virologe Michael Pfleiderer vom Paul-Ehrlich-Institut erklärte, könnte sich die bislang skeptische Haltung der Deutschen gegenüber der Schweinegrippen-Impfung schnell ändern, "sobald wie jetzt in den USA die Zahl der Schwerkranken steigt und die Krankenhausbetten knapp werden."

Pfleiderer kritisierte mit deutlichen Worten - "unglaublicher Blödsinn, der als Wahrheit verkauft wird" - die Diskussion über die Nebenwirkungen der Schweinegrippen-Impfung. Das Paul-Ehrlich-Institut veröffentlicht dazu einen Bericht über "Erfahrungen mit der Impfung in Schweden", herausgegeben von der Medical Products Agency, einer nationalen Aufsichtsbehörde zur Entwicklung und Amwendung von Medikamenten. Demnach weiche das Spektrum von Nebenwirkungen nicht von dem in klinischen Studien beobachteten ab - als "beachtenswert" stellte das Institut allerdings die Meldung über Allergiefälle heraus: laut Bericht der schwedischen Behörde gab es bei 37 Patienten allergische Reaktionen, darunter 15 schwerwiegende. Der Bericht notiert immerhin vier "anaphylaktische" Reaktionen in ursächlichem Zusammenhang mit der Impfung. Dazu kommentiert das Paul-Ehrlich-Institut, dass "anaphylaktische Reaktionen nach Impfungen" ansonsten "ausgesprochen selten" seien. Insgesamt gab es in Schweden 200 Meldungen von Verdachtsfällen unerwünschter Reaktionen; die Zahl der Impfungen ist nicht bekannt.

Demgegenüber kritisiert der Virologe Michael Pfleiderer des Paul-Ehrlich-Instituts die mangelnde Sachlichkeit der Deutschen bei der Diskussion über Nebenwirkungen. Die Hilfsstoffe würden schon seit Jahren erprobt, so der Virologe:

"Diese Adjuvanzien sind ja gerade deshalb entwickelt worden, weil alternative oder ältere Impfstoffkonzepte entweder unwirksam sind oder mitunter starke Impfreaktionen hervorrufen. Adjuvanz-Impfstoffe haben ein akzeptables Nebenwirkungsprofil, sind in saisonalen Grippe-Impfstoffen seit zehn Jahren enthalten und schon über 40 Millionen Mal verimpft worden."

http://www.heise.de/tp/blogs/8/146460
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