Kinder belehren Roland Koch über Soziale Netzwerke
Bei einer Rede im Forum Medienzukunft der hessischen Landesmedienanstalt (LPR) gestand Ministerpräsident Roland Koch, dass seine Söhne Dirk und Peter mit ihm "ziemlich aggressiv" über Fragen der Medienregulierung kommunizieren würden. Der 22-jährige Dirk hatte Anfang des Jahres für Furore gesorgt, weil der Amateurfotograf auf seiner Website auch erotische Werke veröffentlichte.
Auf diese Weise, so Koch, habe er gelernt, dass Teilnehmer in Sozialen Netzwerken "ziemlich sauer" reagieren würden, wenn man sie "beschützen" wolle. Mit Verweis auf die Erfolge der Piratenpartei kritisierte der CDU-Politiker Kompetenzdefizite bei den etablierten Parteien und warnte, dass aus einem bisher weitgehend "technischen Graben" zwischen "Digital Natives" und "Digital Ignorants" ein "kultureller" werden könne, wenn man nicht miteinander spreche. Hinsichtlich der traditionellen Medien meinte der 51-Jährige, dass diese zwar immer stärker an Relevanz verlieren würden, man sich aber als "Referenzrahmen" und "aus Vorsicht" auch in Zukunft einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk leisten müsse.
Unter den anderen Teilnehmern der Debatte wurde teilweise heftig über die Zukunft der Medienregulierung gestritten: Während LPR-Direktor Wolfgang Thaenert und LPR-Aufsichtsrat Winfried Engel neue Rechtsinstrumente forderten, mit denen "gesellschaftliche relevante Gruppen" auch das Internet effektiv kontrollieren könnten, bezweifelten die Medienökonomin Gisela Schmalz und der Psychologe Peter Kruse sowohl Durchführbarkeit wie Sinnhaftigkeit solcher Wünsche.
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