p
10.11.2009Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Weltweite Umfrage: Ungeregelter Kapitalismus, nein Danke!

Zwar lehnen mehr den Kapitalismus ab, als ihn befürworten, die meisten Menschen glauben aber, er sei durch Reformen und Regulierungen zu bändigen.

  • drucken
  • versenden

In einer weltweiten Umfrage von BBC anlässlich des Falls der Mauer und des Endes des Kalten Kriegs kommt der damals alternativenlos dargestellte Kapitalismus nicht gut weg. Nur 11 Prozent der Befragten in 27 Ländern sagen, dass der Kapitalismus gut funktioniert und dass jede Regulierung schädlich wäre. Und dass die Regierungen dafür sorgen sollten, den Wohlstand gleichmäßiger zu verteilen, sagen 67 Prozent der Befragten.

Die meisten Anhänger des freien Marktes finden sich in den USA und ausgerechnet in Pakistan. Aber auch hier unterstützen den Kapitalismus ohne Einschränkung gerade einmal ein Fünftel. Während weltweit 23 Prozent der Meinung sind, dass das Wirtschaftssystem mit unheilbaren Mängeln behaftet ist (Frankreich: 43%, 38% Mexiko, 32% Brasilien), glaubt mit 51 Prozent die Mehrheit weiterhin daran, dass der Kapitalismus Fehler habe, die sich durch Reformen und Regulierungen korrigieren lassen. Deutschland sticht dadurch hervor, dass hier weltweit die Wenigsten sagen, der Kapitalismus sei nicht zu verbessern, aber die Meisten glauben, dass er durch Reformen zu bändigen sei. Da sind die Deutschen selbst optimistischer als die US-Amerikaner oder die Briten.

Der Sowjetunion wird in Europa und in den USA nicht nachgetrauert. Hier sagt die Mehrheit, dass der Zusammenbruch gut gewesen war (Deutschland fast 80%). In Russland ist nur ein Fünftel dieser Meinung, während 60 Prozent sagen, der Zusammenbruch sei weitgehend schlecht gewesen. Der Meinung ist man auch in Ägypten, wo noch mehr Menschen als in Russland den Zusammenbruch als schlecht erachten. Auch in Indien, Indonesien, in der Ukraine und in Pakistan sind weniger als ein Viertel der Ansicht, der das Ende der Sowjetunion gut war.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/146526
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Cover

Mensch+

Upgrade-Revolution für Homo sapiens
Das neue Telepolis-Special

Ein neuer Bundespräsident?

Wulff will aussitzen, aber die Geduld ist am Ende. Soll er endlich, aber schnell seinen Hut nehmen?

abstimmen

Humanitäre Intervention als propagandistischer Normalfall

Peter Mühlbauer 20.10.2009

Interview mit Christoph Kampmann zur Geschichte eines Phänomens

In den letzten zwanzig Jahren begannen militärische Auseinandersetzungen mehrfach als "Humanitäre Interventionen". Der Historiker Christoph Kampmann hat entdeckt, dass die für solche Eingriffe eingesetzten Argumentationen nicht erst in der Ära nach dem Kalten Krieg entstanden, sondern weitaus früher zum Einsatz kamen.

weiterlesen
bilder

seen.by


TELEPOLIS