Charles Taylor gibt Zusammenarbeit mit CIA zu
Nach eigener Aussage tauschte der angeblich anthropophage Ex-Präsident schon als Rebellenführer Informationen mit dem amerikanischen Geheimdienst
Charles Taylor war Kriegsherr in und Staatschef von Liberia. Seit 2007 steht er als Angeklagter vor einem Sondergerichtshof in Den Haag – jedoch nicht wegen Taten in seiner Heimat, sondern wegen des Mitmischens und Fädenziehens beim Bürgerkrieg im benachbarten Sierra Leone.
Vor dem Sondergerichtshof gemachten Zeugenaussagen nach soll der Baptistenprediger, der sich offensiv auf das Christentum berief und teilweise von evangelikalen Gruppen unterstützt wurde, in den 1990er Jahren das Essen menschlicher Körper nicht nur in rituellem Rahmen angeordnet haben, sondern auch zur Nahrungsergänzung. In Sierra Leone arbeitete er eng mit dem Warlord Foday Sankoh zusammen, dessen "General Mosquito" die Idee zur massenhaften absichtlichen Verstümmelung von Zivilisten zugeschrieben wird, aufgrund welcher der Bürgerkrieg über die Landesgrenzen hinaus Berühmtheit erlangte.
Während der Verhöre in der vergangenen Woche gab Taylor zu, dass er Informationen mit der CIA "geteilt" habe. Allerdings, so der Abkömmling der aus den USA eingewanderten Oberschicht auf von der Anklage vorgebrachte Vorwürfe hin, sei er kein "Agent" gewesen. Seiner Aussage nach lieferte schon seine Rebellenorganisation National Patriotic Front of Liberia (NPFL) Informationen an die CIA und bekam dafür im Gegenzug auch welche. Die Hochphase dieser Tauschgeschäfte waren angeblich die Jahre 1991 und 1992. Sie dauerten aber auch dann noch an, als Taylor 1997 Präsident des Landes wurde.
Diese Aussage ist insofern bemerkenswert, als die Regierungen der Vereinigten Staaten später stets den Eindruck erweckten, dass sie den mutmaßlichen Menschenfresser gerne entmachtet und vor Gericht gestellt sähen. Auch Taylor selbst führt seine Entmachtung und Gefangennahme auf eine US-Verschwörung zurück.
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