p
10.12.2009Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Israel mauert sich ein

Nach Medienberichten soll die 260 km lange Grenze nach Ägypten vor allem gegen afrikanische Migranten gesichert werden.

  • drucken
  • versenden

Die 260 km lange Grenze zwischen Israel und Ägypten ist noch relativ offen. Meist ist sie durch einen niedrigen Stacheldrahtzaun gesichert, manchmal gibt es auch gar keine Markierung in der Sinai-Wüste. Der Zaun aber stellt kaum ein Hindernis für Schmuggler und Migranten dar, die aus Nordafrika oder aus Somalia oder Eritrea nach Israel wollen. Auch für Kamele, die auf der Suche nach Futter oder geschickt von Schmugglern über die Grenze kommen, stellt der Zaun offenbar kein Hindernis, wie das israelische Landwirtschaftsministerium unlängst beklagte.

Nach dem israelischen Militär wird seit einiger Zeit die Grenze nach Sinai schärfer bewacht, weil Terrorgruppen vermehrt von Ägypten nach Israel eindringen würden. Schon seit Jahren ist auch die Rede davon, neben der Mauer zum Westjordanland und der zum Gazastreifen auch die Grenze mit Ägypten mit einer ähnlichen Mauer abzusichern.

Jetzt hat die israelische Zeitung Maariv, wie andere Medien melden, dass der israelische Ministerpräsident Netanyahu im Kabinett dem Bau einer Grenzmauer zugestimmt hat. Als Hauptgrund wird nicht die Abwehr von Schmugglern oder Terroristen genannt, sondern die von afrikanischen Migranten. Der einzige Ort, so soll Netanyahu gesagt haben, wo man in wenigen Metern von der Dritten Welt in die Erste Welt gelangen kann, ist im Süden Israels.

Noch nicht klar scheint zu sein, ob man eher eine Hightech-Mauer oder eine Betonmauer wie zum Westjordanland bauen soll. Das israelische Verteidigungsministerium soll den Vorschlag gemacht haben, eine Betonmauer zu errichten, und setzt dafür 900 Millionen Euro an Kosten an. Das Finanzministerium spricht sich für eine Hightech-Mauer aus, die nur 80 Millionen Euro kosten soll, das Innenministerium tritt für einen Mix aus. Daily News Egypt soll ein israelischer Regierungsangehöriger berichtet haben, man plane einen ähnlichen Sicherheitszaun wie an den Grenzen zu Syrien, Libanon und zum Libanon.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/146717
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Cover

Mensch+

Upgrade-Revolution für Homo sapiens
Das neue Telepolis-Special

Ein neuer Bundespräsident?

Wulff will aussitzen, aber die Geduld ist am Ende. Soll er endlich, aber schnell seinen Hut nehmen?

abstimmen

Humanitäre Intervention als propagandistischer Normalfall

Peter Mühlbauer 20.10.2009

Interview mit Christoph Kampmann zur Geschichte eines Phänomens

In den letzten zwanzig Jahren begannen militärische Auseinandersetzungen mehrfach als "Humanitäre Interventionen". Der Historiker Christoph Kampmann hat entdeckt, dass die für solche Eingriffe eingesetzten Argumentationen nicht erst in der Ära nach dem Kalten Krieg entstanden, sondern weitaus früher zum Einsatz kamen.

weiterlesen
bilder

seen.by


TELEPOLIS