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17.12.2009Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Kognitive Dissonanz

Die Zukunftaussichten Deutschlands werden von den Deutschen düster eingeschätzt, ihre eigenen sehen sie eher positiv.

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Umfragen zeigen oft die Zerrissenheit der Menschen oder deren kognitive Dissonanz. Das wird nun auch wieder bei der Zuversichtsstudie deutlich, die von Wissenschaftlern der Universität Hohenheim für die Allianz durchgeführt wird. Danach ist die Erwartung, dass sich Deutschland positiv entwickelt, mit 35 Prozent deutlich geringer als die persönliche Zuversicht, auch wenn diese gegenüber 2008 um 2 Prozent leicht auf 52 Prozent abgesunken ist. Man sieht zwar, dass die Zukunft ungewiss ist und sich dunkle Wolken abzeichnen, hofft aber darauf, davon nicht betroffen zu sein, blendet also die eigentlich vermuteten Risiken für das eigene Schicksal aus.

Interessant mag sein, dass die Westdeutschen insgesamt optimistischer – oder eher der Verdrängung anheim gegeben – sind als die Ostdeutschen. Die Niedersachsen sind am optimistischer als die Bewohner anderer Bundesländern. Liegt das womöglich am jugendlich-dynamischen, scheinbar vertrauendwürdigen Ministerpräsidenten Wulff? Auch Hessen unter Koch schneidet nicht schlecht ab. Die Bayern und Baden-Württemberger sehen unter den westlichen Bundesländer die Entwicklung Deutschlands eher schlecht, haben aber durchaus höhere persönliche Zuversicht, vertrauen also irgendwie auf ihre Regierungen (was sich in Bayern mit dem Debakel der BayernLB durchaus ändern könnte).

Achja, Männer sind ein wenig zuversichtlicher als Frauen, was die Entwicklung Deutschlands und ihre eigene Situation betrifft. Die persönliche Zuversicht ist bei den Männern gegenüber 2008 mit einem Prozent nur geringfügig gesunken, dafür aber bei den Frauen um 5 Prozent gestiegen, obgleich Männer und Frauen weniger zuversichtlich für Deutschland sind. Es darf halt nicht sein, vor allem nicht bei denen, die den Entwicklungen stärker ausgeliefert sind. Die Menschen sind ganz realistisch vor allem unsicher, wie es ihnen ergehe wird, wenn sie krank und pflegebedürftig oder alt werden. Und die Unsicherheit des Arbeitsplatzes ängstigt die Menschen. Die Sicherheit der Arbeitsplätze ist für die wenigsten gegeben, auch an die Sicherheit der Renten glaubt kaum jemand.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/146767
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