Katholische Kindsmissbrauchs-Dynastie
Vater und Bruder des Sinn-Féin-Vorsitzenden Gerry Adams schändeten angeblich jahrelang ihre Sprösslinge
Liam Adams, der des Missbrauchs seiner Tochter Aíne verdächtige Bruder des Vorsitzenden der katholischen Sinn-Féin-Partei, Gerry Adams, stellte sich nach 22 Jahren der Polizei in der Republik Irland, die ihn mit hoher Wahrscheinlichkeit an die Behörden im britischen Landesteil ausliefern wird. Adams soll seine Tochter seit ihrem vierten Lebensjahr sexuell missbraucht haben. Diese hatte das bereits 1987 der Polizei gemeldet, die Anzeige später aber aufgrund der sozialen Ächtung einer Zusammenarbeit mit den von Nichtkatholiken dominierten Strafverfolgungsbehörden wieder zurückgezogen.
In einem Interview mit dem irischen Rundfunk RTE hatte Parteiführer Gerry Adams vorher zugegeben, von den Taten seines Bruders zu wissen. Auch Liams Vater Gerry senior soll mehrere seiner 13 Kinder nicht nur geschlagen und gedemütigt, sondern sich auch an ihnen vergangen haben. Der 2003 verstorbene Patriarch war ein Veteran der katholischen Terrororganisation IRA.
Im Frühling dieses Jahres war in Irland ein 2.600 Seiten umfassender Bericht erschienen, der den massenhaften ökonomischen und sexuellen Missbrauch irischer Kinder durch die Kirche dokumentiert. Danach gab es in katholischen Erziehungseinrichtungen bis in die 1970er Jahre hinein nicht nur Zwangsarbeit und Körperstrafen, sondern auch "endemischen" sexuellen Missbrauch, der sich ein von den Autoritäten geschaffenes Klima der Angst zunutze machte.
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