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25.12.2009Politik-News
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Tod nach Geburtstagsfeier

Weiteres Opfer politischer Gewalt in Kolumbien: Gouverneur stirbt nach Entführung bei versuchter Geiselbefreiung. Hintergründe unklar

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Der gewaltsame Tod eines Regionalpolitikers erschüttert Kolumbien. Der Gouverneur des südlichen Departements Caquetá, Luis Francisco Cuéllar, war am Dienstag unter bislang ungeklärten Umständen ums Leben gekommen. Am Vorabend hatte eine Gruppe schwer bewaffneter und maskierter Personen den Viehzuchtunternehmer und Regionalpolitiker aus seinem Wohnhaus nach einer Privatfeier entführt. Am Folgetag wurde seine Leiche gefunden. Cuéllar beging am Dienstag seinen 69. Geburtstag. Der Mord wurde von internationalen Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty und Human Rights Watch verurteilt.

In einer Radio- und Fernsehansprache gab Uribe am Dienstag den Tod Cuéllars bekannt. Als er von dem Kidnapping erfuhr, habe er umgehend die militärische Befreiung des Gouverneurs angeordnet. Was dann geschah, ist unklar. Nach Uribes Angaben wurde Cuéllar von Mitgliedern der Guerillaorganisation Revolutionäre Streitkräfte (FARC) „auf niederträchtige Weise abgeschlachtet“.

Zuvor schon hatte der Regierungssekretär von Caquetá, Edilberto Ramón Endo, Details bekannt gegeben. Wie die kubanische Nachrichtenagentur Prensa Latina unter Berufung auf Endo berichtete, wies die Leiche Cuéllars neben einer Wunde am Hals zahlreiche Einschüsse auf. Dies könnte darauf hinweisen, dass der Regionalpolitiker während eines Feuergefechts bei dem Versuch einer Geiselbefreiung ums Leben kam. Uribe hatte dies in seiner Rede nicht erwähnt. Stattdessen rief er die Staatengemeinschaft auf, die Rebellengruppen des Landes, FARC und ELN, als terroristische Organisationen einzustufen.

Der gewaltsame Tod Cuéllars bedroht nun auch Versuche, Gefangene der Guerilla auf diplomatischem Weg zu befreien. Ebenfalls am Dienstag hatte das Internationale Komitee des Roten Kreuzes erklärt, sich nicht weiter für eine humanitäre Lösung der Gefangenenkrise einzusetzen. Angesichts des Beharrens der Regierung Uribes auf militärische Lösungen fehlten dafür die notwendigen Garantien. Kritik kam auch von Gustavo Moncayo. Der Lehrer setzt sich seit Jahren für die Freilassung seines Sohnes Pablo Emilio ein. Der junge Soldat war vor zwölf Jahren während eines Gefechtes in die Hände der FARC gefallen. Uribes Beharren auf militärische Geiselbefreiungen gefährdeten das Leben der Gefangenen, so Moncayo. Die liberale Senatorin und Uribe-Kritikerin Piedad Córdoba äußerte nach dem Tod Cuéllars dennoch ihre Hoffnung auf eine humanitäre Lösung.

Nach Angaben des Internetdienstes ANNCOL, der über enge Kontakte zur FARC-Guerilla verfügt, ist diese Organisation weiter zu einem humanitären Abkommen bereit. ANNCOL zieht zudem die offizielle Darstellung in Zweifel. Der Tod Cuéllars müsse im „sozialen, politischen und militärischen Kontext“ gesehen werden, heißt es in einem Beitrag, der auf die engen Verbindungen des Gouverneurs zu paramilitärischen Todesschwadronen berichtet. Im März erst sei Cuéllar wegen dieser Zusammenarbeit von der Staatsanwaltschaft in Bogotá verhört worden. Als Regionalpolitiker und Oberbefehlshaber der regionalen Streitkräfte habe Cuéllar „aktiv an dem von Paramilitärs finanzierten Krieg teilgenommen“.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/146813
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