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12.01.2010Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Schneller altern mit der Krise

Wirtschaftskrise: Die Jugendzeit wird für Amerikaner wieder kürzer und manche Jobs sind für immer verloren

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Die Jugend in Amerika wird kürzer, das mittlere Alter länger. Geht es nach einer Studie des in den Niederlanden ansässigen Philips-Center, das sich der "Verbesserung des Lebens der Bevölkerung in der ganzen Welt" verschrieben hat, so hat sich die jahrelang nervende Life-Style-Formel "40 is the new 30" überlebt. Stattdessen gelte jetzt, dass man mit 35 Jahren schon in die Lebensphase eintritt, deren Marke früher die 40 waren, schließt Direktorin Katy Hartley des Philips-Center aus ihrem Datenmaterial: "The data suggests the new age for middle age is 35."

Konkrete Grundlagen für die neue Formel sind nicht bekannt, die Studie wird demnächst in Teilen vorgestellt, verrät die Homepage des Health & Well-being-Centers. Vorab wird nur mitgeteilt, dass die Wirtschaftskrise eine Kluft zwischen dem sprichwörtlichen Optimismus der Amerikaner und den realen Befindlichkeiten aufzeigt. Während man sich in öffentlichen optimistischen Bekundungen über Realitäten hinwegsetze - so zum Beispiel würden Amerikaner in vielen Fällen das attestierte Übergewicht als Krankheitsrisiko leugnen -, nage die wirtschaftliche Situation tatsächlich aber an den Nerven. Beinahe 80 Prozent der 35Jährigen hätten in der Studie angegeben, dass sie über die wirtschaftliche Entwicklung besorgt sind (eigentlich ein Zeichen dafür, wie realistisch sie doch sind). Der Stress, der mit dieser Sorge einhergehe, bewirkt nach Auffassung die Philips-Forscher, dass der mittlere Lebensabschnitt früher beginne, genau fünf Jahre früher.

Some Jobs are gone forever

Genauere Zahlen, mit denen sich Befürchtungen, die zum Stressor werden, und Pessimismus fundierter begründen lassen, blättert dagegen heute das Wall Street Journal auf. Dort wird davor gewarnt, dass sich der Arbeitsmarkt nach dem Vorbild früherer Jahre, erwähnt werden die Rezesssionen in den frühen 1980er Jahren, erholen könnte: Manche Jobs werde es nicht mehr geben, der dauerhafte Verlust von vielen Stellen könnte den Arbeitsmarkt für eine lange Zeit an einer vollständigen Erholung hindern, warnt die Zeitung, die sich auf Zahlen des US-Labor Department stützt.

Demnach hat die amerikanische Wirtschaft in den letzten beiden Jahren 7,2 Millionen Arbeitsplätze verloren. Viele davon seien für immer verloren. So etwa in der Bauwirtschaft, die ihre gute Beschäftigungslage der Boom-Blase zu verdanken hatte. Dort sind in den letzten beiden Jahren 1,6 Millionen Jobs weggefallen. Für die andere Blasen-Boom-Branche, dem Finanzsektor, gelte ebenfalls, dass der Wegfall von 548 000 Arbeitsplätze mit neuen Anstellungen in nächster Zukunft nicht kompensiert werde. Experten halten eher das Gegenteil für wahrscheinlich, der Druck auf Finanz-Jobs wachse.

Hingewiesen wird, wie so oft in Finanzzeitungen, auch darauf, dass die Krise den Markt von Arbeitsplätzen bereinigt hätte, die überflüssig geworden sind. Die Unternehmer haben demnach die Gelegenheit wahrgenommen, um sich von unnötigen Kosten zu befreien. Erwähnt werden in diesem Zusammenhang Bürokräfte, die durch neue IT-Entwicklungen unnötig wurden. Arbeitsstellen im Bürodienst und im Verwaltungsbereich seien seit der Rezession um 10,1 % weniger geworden.

Dass mancher Arbeitsplatz, der in den Zeiten der Wirtschaftskrise gestrichen, ohnehin überfallig war, demonstriert der Zeitungsbericht schließlich an ein paar Beispielen, die man schon seit längerem kennt, z.B. Schallplattenverkäufer (Rückgang um 36% seit zwei Jahren) oder Fotolabor-Mitarbeiter ( 46 Prozent Jobs weniger bei den photofinishing establishments).

Optimistische Signale für den amerikanischen Arbeitsmarkt werden laut Wall Street Journal im Gesundheitswesen erwartet und in der High-Tech-Industrie.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/146892
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