Drittweltregierungen Wünschelruten angedreht
Eine britische Firma trug durch den Verkauf von funktionsuntüchtigen Sprengstoffdetektoren möglicherweise zum Tode von hunderten von Menschen im Irak und in Afghanistan bei
In Blogs hatte man sich bereits seit geraumer Zeit über die physikalische Unmöglichkeit behaupteter Fähigkeiten von Geräten wie dem ADE651 lustig gemacht. Nun wurde nach einer Meldung der BBC Jim McCormick, der Chef des Herstellers ATSC, wegen Betrugsverdachts festgenommen. Einen gegen ihn erlassenen Haftbefehl setzten die Behörden gegen Zahlung einer Kaution außer Kraft.
Markus Kuhn von der Cambridge-Universität zufolge enthielten die oft mit Wünschelruten verglichenen Geräte sonst zur Diebstahlssicherung eingesetztes Material im Wert von etwa drei britischen Pence, das zwar irgendwie elektronisch aussieht, aber nichts enthält, was auch nur annähernd als Aufspürvorrichtung geeignet wäre. Trotzdem verkaufte ATSC die Geräte für rund 40.000 US-Dollar pro Stück in über 20 Länder - darunter Thailand, der Libanon, Pakistan, Afghanistan und der Irak.
Dessen Regierung soll für die Geräte nicht nur 85 Millionen Dollar ausgegeben, sondern sie auch an zahlreichen Kontrollpunkten verwendet haben. Aus diesem Grund vermuteten Kritiker bereits länger, dass das lange Ignorieren der Geschäftspraxis der Firma möglicherweise auch für zahlreiche Tote mit verantwortlich ist. Nun verhängte die britisches Regierung ein Exportverbot für die Geräte, das allerdings erst ab Montag greift.
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