p
03.02.2010Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Tragbare UWB-Systeme, um durch Mauern schauen zu können

Die US-Armee will in diesem Jahr die ersten Systeme in Afghanistan einsetzen.

  • drucken
  • versenden

Die US-Armee hat die Entwicklung von tragbaren Geräten gefördert, mit denen sich mittels Ultra-Breitband-Technik (UWB) durch Wände, in den Boden oder durch andere Materialien sehen lässt, um dort befindliche Gegenstände oder Menschen zu entdecken (Die Stadt und ihre Gebäude sollen zum Panopticon werden).

Die von der kalifornischen Firma TiaLinx entwickelten Eagle-Systeme sollen, wie Defense News berichtet, noch in diesem Jahr in Afghanistan eingesetzt werden. Hier sollen sie den Soldaten vor allem dazu dienen, versteckte Bomben an den Straßen zu finden. Die Eagle-Systeme sollen es ermöglichen, durch alle möglichen Materialien von Beton über Ziegelsteine oder Holz bis hin zu trockener Erde hindurch sehen zu können. 2-3 Meter sollen die Radiowellen durchdringen können, um einigermaßen klare Bilder der sich dahinter oder darunter befindenden Dinge oder Menschen zu liefern. Alles darf sein, an Metall scheitert aber die UWB-Technik.

Angeboten werden unterschiedliche Modelle für verschiedene Zwecke. Die Eagle5-Systeme können mit geringem Energieverbrauch mit 5 GHz Materialien durchdringen. Sie wiegen 1,7 kg, sind etwas größer als ein Handy und sind mit Batterien 4 Stunden lang einsatzfähig. Hier gibt es auch Versionen für Roboter oder kleine Drohnen, um so eine Fernaufklärung bis zu einer Entfernung von 100 m durchführen zu können. Auch an Fahrzeuge lässt sich das System anbringen, um nach versteckten Bomben beim Fahren zu suchen. Mit Eagle5-MH und Eagle5-PH können Tunnels bis zu einer Tiefe von 3 m entdeckt oder Menschen, die sich in Tunnels bewegen, verfolgt werden.

Mit Eagle5-M können sich bewegende Menschen hinter einer 20 cm dicken Betonmauer bis in eine Entfernung von mehr als 6 m mit einer Auflösung von wenigen Millimetern verfolgen lassen. Entdeckt werden können so auch Atembewegungen oder der Herzschlag von Menschen und Tieren, die sich ruhig verhalten. Die 3 kg schweren Eagle60 sind ebenfalls tragbare Systeme, mit denen sich Menschen oder Tiere entdecken lassen, die sich bewegen. Die Bilder sind klarer als bei den Eagle5-Systemen, wie sie mit höherer Frequenz arbeiten, dafür dürfen aber die Mauern nicht so dick sein.

Nicht nur das Militär will durch Mauern oder hinter Verstecke zu schauen. Auch das Heimatschutzministerium, das Justizministerium, Geheimdienste und Polizei zeigen sich interessiert.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/147010
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Cover

Mensch+

Upgrade-Revolution für Homo sapiens
Das neue Telepolis-Special

Ein neuer Bundespräsident?

Wulff will aussitzen, aber die Geduld ist am Ende. Soll er endlich, aber schnell seinen Hut nehmen?

abstimmen

Humanitäre Intervention als propagandistischer Normalfall

Peter Mühlbauer 20.10.2009

Interview mit Christoph Kampmann zur Geschichte eines Phänomens

In den letzten zwanzig Jahren begannen militärische Auseinandersetzungen mehrfach als "Humanitäre Interventionen". Der Historiker Christoph Kampmann hat entdeckt, dass die für solche Eingriffe eingesetzten Argumentationen nicht erst in der Ära nach dem Kalten Krieg entstanden, sondern weitaus früher zum Einsatz kamen.

weiterlesen
bilder

seen.by


TELEPOLIS