Lateinamerika wendet sich von den USA ab
Die lateinamerikanischen und karibischen Staaten haben beschlossen, eine neue Allianz im Unterschied zur OAS ohne die USA und Kanada zu gründen
Die Kluft zwischen den lateinamerikanischen Staaten und den USA, aber auch gegenüber Europa vertieft sich. Nachdem Großbritannien auf die Forderungen Argentiniens nicht eingeht, die Falkland-Inseln zu übergeben und stattdessen mit Ölbohrungen begonnen hat, haben sich die lateinamerikanischen und Karibik-Staaten hinter Argentinien gestellt und das weiter anhaltende Embargo der USA gegen Kuba kritisiert.
Überdies haben die 32 Länder, die auf dem Gipfel der Rio-Gruppe (Grupo de Río) teilgenommen haben, beschlossen, eine neue lateinamerikanische Allianz zu schmieden, von der die USA und Kanada im Unterschied zur OAS ausgeschlossen sind. Die Putschregierung von Honduras war ausgeschlossen, man vermied auch, über das Thema der Anerkennung zu sprechen. Auch der auf dem Gipfel ausgebrochene Streit zwischen Kolumbien und Venezuela war vergessen und Versöhnung angesagt. Der Vorsitzende der Rio-Gruppe, der mexikanische Präsident Calderon, betonte, dass es der neuen Allianz vor allem um die regionale Integration und Kooperation gehen müsse.
Beifall kam natürlich auch von Kuba, die auf Druck der USA 1962 von der OAS ausgeschlossen wurde. Zwar entschied die OAS 2009, dass Kuba wieder beitreten könne, die kubanische Führung lehnte dies aber ab. Und natürlich zeigte sich auch der venezolanische Präsident Chavez angetan, weil Lateinamerika der Kolonialisierung durch die USA entgegen trete. 2011 könnte der "Gipfel der Einheit", auf dem das Abkommen zur Gründung der neuen Allianz unterzeichnet werden soll, in Venezuela stattfinden oder aber ein Jahr später in Chile. Ob die Allianz wirklich zustande kommt, ist freilich nicht ganz so sicher, ebenso nicht, welche Bedeutung sie haben wird. Chile hat schon klar gestellt, dass sie nicht die OAS ersetzen könne.
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