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28.02.2010Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

"Wir sind dankbar, dass wir am Leben sind"

Auf über 300 Tote beziffern die chilenische Behörden in einer ersten Einschätzung die Opfer des schweren Erdbebens vom Samstagmorgen. Hunderttausende sind obdachlos

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Die ersten Nachrichten über die Zahl der Todesopfer des Erdbebens in Chile warnen, dass es weitaus mehr sein könnten als die 300, die von ONEMI, der Katastrophenschutzbehörde Oficina Nacional de Emergencia, als Schätzung vorgelegt wurden, aber es ist auch die Rede davon, dass es noch schlimmer hätte kommen können. Die chilenische Zeitung Latercera spricht von einem "Megaterremoto"; laut New York Times war es das "fünftstärkste Beben seit 1900".

Mit 8,5 Grad auf der Richterskala gibt die chilenische Zeitung die Stärke des Erdbebens an, dass am frühen Samstagmorgen, Ortszeit 3 Uhr 34, "fast überall" in Chile zu spüren war. Das Epizentrum lag demnach in der Region El Biobío, rund 200 Kilometer südwestlich von der Hauptstadt Santiago. Messungen von der US-Regierungsbehörde U.S. Geological Survey ergaben 8,8 Grad.

Die Furcht vor Tsunamiwellen im Pazifik beherrschte gestern abend die Berichterstattung. Derzeit sieht es aber so aus, als ob die Wellen - was Hawaii und Australien betrifft - weniger schlimm sind als zunächst angenommen. Lieber übertreibe man mit den Warnungen, als das Risiko herunterzuspielen, werden Tsuanmi-Experten des US-amerikanischen National Weather Service (NWS) zitiert: "Tsunami science is not exact." In Japan bleibt man alarmiert, 320 000 Menschen wurden heute morgen nach Angaben von Nachrichtenagenturen evakuiert.

In Chile erklärte die Präsidentin Michelle Bachelet den Katastrophenzustand. Bilder aus der Stadt Concepción, Mittelpunkt eines urbanen Clusters von etwa Millionenstärke, nur wenige 70 Kilometer vom Epizentrum entfernt, zeigen Verheerungen der Art, wie man sie erst vor kurzem aus Haiti gesehen hat (siehe "In Concepción herrscht das Chaos"). Doch haben die Auswirkungen der stärkeren Beben in Chile nicht die apokalyptischen Ausmaße erreicht wie in Haiti, wie in einigen Berichten herausgestellt wird:

"We are grateful to be alive."

Das wird zum einen mit dem viel höheren Wohlstandsniveau in Chile begründet und den Konsequenzen, die sich daraus ergeben. Zum anderen aber wird darin auch eine Demonstration dafür gesehen, dass Präventivmaßnahmen gegen Naturkatastrophen etwas bewirken können.

Hervorgehoben wird vor allem die verbesserte Bauweise der Häuser. Da Chile schon mehrmals stärkeren Erdbeben ausgesetzt war (zum Beispiel 1960 einem Beben mit Stärke 9,5), wurden Bauauflagen in den letzten Jahren um einiges strenger gefasst.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/147164
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