Auf den letzten Metern
Eine internationale Aktivistengruppe will schwulenfeindliche Gesetzgebung in Uganda verhindern
Ugandas Gesellschaft weist seit Jahrzehnten furchterregende Züge auf - nicht nur den Namen Idi Amin verbindet man mit dem Land, sondern auch die LRA, endlose Konflikte und Kriege. Wenn es nach dem Willen einer ugandischen Oppositionspartei geht (und die Chancen dafür stehen leider recht gut), könnte das Leben für Millionen Ugander demnächst vollends unerträglich werden (und die deutsche Entwicklungshilfepolitik vor Probleme stellen): Man plant ein Gesetz, dass für Homosexuelle unter bestimmten Bedingungen die Todesstrafe vorsieht, und Gefängnis für Menschen, die ihnen nicht ablehnend gegenüberstehen - siehe dazu: "Purpose Driven Nation":
"Einfache homosexuelle Handlungen sollen mit lebenslanger Haft bestraft werden, auf Kuppelei oder andere Formen der Beihilfe stünden sieben Jahre Gefängnis und ein Verschweigen von homosexuellen Akten Dritter könnte einem Mitwisser bis zu drei Jahren Haft einbringen. Selbst dann, wenn das Delikt im Ausland begangen wurde (wo es häufig gar keines ist) will Uganda Schwule bestrafen."
Richtig gelesen: Die sexuelle Orientierung kann in Uganda möglicherweise demnächst über das Recht auf Leben entscheiden. Selbstverständlich hat dieses Gesetzesvorhaben bei den Schulen und Lesben Ugandas absolutes Entsetzen hervorgerufen, und auch im Ausland ist die Angelegenheit mit Aufmerksamkeit beobachtet worden. Das ist auch nur recht und billig, denn einige der religiös inspirierten Schwulenhasser, die hier ihre Dummheit in Gesetzesform gießen wollen, kommen gar nicht aus Uganda, sondern unter anderem aus den USA.
Avaaz, eine humanitäre Organisation, die sich hauptsächlich auf das Internet als Publikations- und Mobilisierungsmedium verlässt, berichtet, dass eine Petition gegen das Gesetz bisher bereits 450.000 Menschen weltweit unterschrieben haben. Das wirkt an sich eindrucksvoll und ermutigend, aber die Aktivisten von Avaaz beklagen, dass in Uganda selbst die Allgemeinbevölkerung kaum über das Gesetz Bescheid weiß.
Deswegen will man auf den letzten Metern nun noch einmal alle Kräfte bündeln, um der ugandischen Regierung unmissverständlich klar zu machen, dass sie bei einer Umsetzung des irrsinnigen Vorhabens sowohl mit der Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit als auch mit Widerstand im Land selbst zu rechnen hat. Avaaz wirbt Spenden ein, um in Uganda selbst Radio- und Plakatkampagnen finanzieren zu können, die Massenwirkung erzielen wollen. Man kann nur hoffen, dass diese Kampagnen Erfolg haben.
Darstellungsbreite ändern
Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.
