p
06.03.2010Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Auch SPD warb um Sponsoren für Parteitreffen

NGOs fordern die Gleichsetzung solcher Gelder mit Spenden

  • drucken
  • versenden

Seit bekannt wurde, dass seine CDU sich Veranstaltungen von Sponsoren mitfinanzieren ließ, ist der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers unter Druck. Nun kam heraus, dass auch die SPD für Parteiveranstaltungen um Geldgeber aus der Wirtschaft wirbt: Die Bundestagslandesgruppe aus Bremen und Niedersachsen, der auch Parteichef Gabriel angehört, schrieb Unternehmen aus der Region um Sponsorengelder für ein Pfingsttreffen an, das am 19. Mai in der bremischen Landesvertretung in Berlin stattfinden soll. In dem Schreiben heißt es wörtlich: "Ich möchte Ihnen heute anbieten, diese Veranstaltung durch ihr Sponsoring zu unterstützen, um Ihr Unternehmen während der Veranstaltung zu präsentieren".

Anders als die CDU bietet die SPD den Sponsoren allerdings keine "Einzelgespräche" für fünfstellige Summen an. Stattdessen benutzt man die Formulierung, dass der Parteivorsitzende "allen Gästen nach seinem Vortrag zu Gesprächen zur Verfügung steht". Dass eben dieser Parteivorsitzende Sigmar Gabriel seine Anwesenheit bei dem Pfingsttreffen nach dem Öffentlichwerden des Schreibens absagte, verwundert wenig: Immerhin spricht er im Fall Rüttgers vom Verdacht auf Bestechlichkeit und fordert öffentlich staatsanwaltschaftliche Ermittlungen.

Die NGOs LobbyControl, Transparency International und Campact wollen die Sponsoring-Praxis der Großparteien mit einer in dieser Woche gestarteten Unterschriftenaktion ändern. Darin fordern sie, dass "für das Sponsoring von Parteien die gleichen Veröffentlichungspflichten gelten [sollen] wie für Parteispenden". Beide Finanzierungsinstrumente sollen außerdem "auf maximal 50.000 Euro pro Jahr und Konzern, Unternehmen, Verband bzw. Person" begrenzt und die Einhaltung dieser und anderer Vorschriften durch ein unabhängiges Gremium kontrolliert werden.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/147200
>
<

Darstellungsbreite ändern

Da bei großen Monitoren im Fullscreen-Modus die Zeilen teils unleserlich lang werden, können Sie hier die Breite auf das Minimum zurücksetzen. Die einmal gewählte Einstellung wird durch ein Cookie fortgesetzt, sofern Sie dieses akzeptieren.

Cover

Mensch+

Upgrade-Revolution für Homo sapiens
Das neue Telepolis-Special

Ein neuer Bundespräsident?

Wulff will aussitzen, aber die Geduld ist am Ende. Soll er endlich, aber schnell seinen Hut nehmen?

abstimmen

Humanitäre Intervention als propagandistischer Normalfall

Peter Mühlbauer 20.10.2009

Interview mit Christoph Kampmann zur Geschichte eines Phänomens

In den letzten zwanzig Jahren begannen militärische Auseinandersetzungen mehrfach als "Humanitäre Interventionen". Der Historiker Christoph Kampmann hat entdeckt, dass die für solche Eingriffe eingesetzten Argumentationen nicht erst in der Ära nach dem Kalten Krieg entstanden, sondern weitaus früher zum Einsatz kamen.

weiterlesen
bilder

seen.by


TELEPOLIS