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09.05.2010Politik-News
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USA: Die Zahl der Arbeitslosen steigt

Fast die Hälfte sind Langzeitarbeitslose, 40 Millionen Menschen beziehen schon Lebensmittelmarken

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Wenn man nach den Zahlen des US-Arbeitsministeriums geht, sieht die Lage im ersten Blick gut aus, die Wirtschaft scheint weiter zu wachsen. Immerhin sind im letzten Monat 290.000 Arbeitsplätze geschaffen worden, so viel wie seit 4 Jahren nicht mehr. Gleichzeitig aber ist die Arbeitslosenquote von 9,7 Prozent auf 9,9 gestiegen. 15,3 Millionen Menschen sind danach arbeitslos gemeldet.

Abgesehen von dem scheinbaren Paradox, dass die Arbeitslosenquote steigt, obgleich mehr Menschen Arbeit gefunden hat, ist auf jeden Fall bedenklich, die Langzeitarbeitslosen, die mehr als 27 Wochen keine Arbeit gefunden haben, weiter auf jetzt 45,9 Prozent oder 6,7 Millionen angestiegen sind. Weiter steigt auch die Zahl derjenigen an, die gerne einen Vollzeitjob hätten, aber nur einen Teilzeitjob haben. Das sind immerhin 9,2 Millionen Menschen. 1,2 Millionen Menschen haben aufgehört, nach Arbeit zu suchen, über 450.000 mehr als noch vor einem Jahr. Nach einer Studie von Wissenschaftlern der Rutgers University sind von denjenigen, die im August 2009 arbeitslos waren, 67 Prozent im März 2010 weiterhin arbeitslos gewesen, 21 Prozent haben einen Job gefunden, 12 Prozent haben die Suche nach Arbeit aufgegeben. Aufgegeben haben vor allem die jüngeren Menschen.

Warum aber ist die Arbeitslosenquote gestiegen? Mehr als 800.000 Menschen haben sich wieder als arbeitslos gemeldet, suchen also nach Arbeit. Das hat damit zu tun, dass ihnen das Geld ausgeht. In den meisten Bundesstaaten wurde, um nach der Devise von Westerwelle keinen "anstrengungslosen Wohlstand" zu ermöglichen, nach 26 Monaten kein Arbeitslosengeld mehr gezahlt. Die Obama-Regierung hatte aber angesichts der wachsenden Arbeitslosenzahlen in der Wirtschaftskrise eine Erhöhung durchgesetzt. 27 Bundesstaaten zahlen nun bis maximal 99 Wochen, also nicht ganz 2 Jahre Arbeitslosengeld. Diese Ausnahmeregelung betrifft allerdings nur diejenigen, die 2009 und 2010 arbeitslos geworden sind. Mit der wachsenden Zahl der Langzeitarbeitslosen, verlieren nun mehr und mehr Menschen die Unterstützung, da trotz leichtem Wirtschaftswachstums einfach nicht genügend Jobs vorhanden sind. Die Langzeitarbeitslosen fordern, dass sie noch länger Stütze bekommen müssen.

Fällt die Arbeitslosenhilfe aus, gibt es nur noch Lebensmittelmarken im Rahmen des Supplemental Nutrition Assistance Program (SNAP). Fast 40 Millionen Amerikaner hatten im Februar Lebensmittelmarken beantragt, 260.000 mehr als im Januar (Immer mehr Menschen, die nicht genug zu essen haben). Dazu kommt, so das Food Research and Action Center, dass viele die Unterstützung gar nicht in Anspruch nehmen. Ein Drittel der Berechtigten erhält sie nicht. Das für das Programm zuständige Landwirtschaftsministerium geht davon aus, dass in diesem Jahr 40,5 Millionen, 2011 43,3 Millionen Menschen die Hilfe in Anspruch nehmen werden.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/147586
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