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01.06.2010Politik-News
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US-Konsum kaum durch Immobilienboom finanziert

Nur maximal 20 Prozent der "Home equity extraction" sollen nach einer neuen Studie direkt in den Konsum geflossen sein

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Bislang galt als gesichert, dass der hohe private Konsum der US-Amerikaner in den Jahren vor der Finanzmarktkrise vor allem durch die so genannte "home equity extraction" finanziert wurde. Als "home equity" wird die Differenz zwischen dem Marktpreis eines Eigenheims und den darauf lastenden Hypotheken bezeichnet, also das darin gebundene Nettovermögen des Hausbesitzers.

Nachdem die Immobilienpreise in den USA zwischen 2000 und 2006 stark anstiegen, eröffnete sich den Eigenheimbesitzern also erhebliches Kreditpotential, das sie nach weit verbreiteter Ansicht in hohem Ausmaß für Konsumzwecke genutzt haben sollen. Nach landläufiger Meinung hätte das Eigenheim also wie ein "Bankomat" fungiert, wobei das niedrig verzinste Kreditpotential vor allem in Flachbildschirme, Luxusreisen und teure Autos geflossen sei.

Dem widerspricht nun eine aktuelle Studie von Daniel Cooper, einem Ökonomen der Federal Reserve Bank of Boston. Demnach wären die Gelder aus den zusätzlichen Hypotheken in nur geringem Ausmaß in den Konsum geflossen, sondern sie seien zu jeweils rund dreißig Prozent für Eigenheim-bezogene Investitionen wie Sanierungsmassnahmen und Umbauten, die Tilgung hochverzinster Darlehen und für Finanzmarkt- und Geschäftsinvestitionen ausgegeben worden. Laut Cooper wären selbst am Höhepunkt des Immobilienbooms im Schnitt maximal 20 Prozent der "home equity"-Kredite für direkte Konsumzwecke ausgegeben worden, was erkläre, warum der private Konsum in den USA auch nach dem Ende der Immobilienpreissteigerung nicht so stark zurückgegangen ist, wie befürchtet.

houseprizes.jpg Vergrößern

Während die Studie sich auf umfangreiches Datenmaterial stützen kann und insofern durchaus valide erscheint, ist dennoch zur Methodik anzumerken, dass makroökonomisch auch die von Cooper angeführten "Investitionen" in Geschäfte oder die jeweilige Immobilien irgendwo zu Einkommen geführt und somit den Gesamtkonsum der USA gesteigert haben müssen.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/147734
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