Wulff erreicht auch im zweiten Wahlgang keine absolute Mehrheit
Der Kandidat der Koalition holt um 15 Stimmen auf
Die Gespräche hinter den Kulissen mit den schwarz-gelben Wahlmännern und -frauen haben anscheinend ein wenig gefruchtet, schließlich konnten einige der Abweichler aus den Reihen der Koalition wieder ins Lager der Wulff-Wähler gezogen werden, der CDU-Politiker erhielt 615 Stimmen. Gauck verlor gegenüber dem ersten Wahlgang neun Stimmen und kommt nun auf 490 Stimmen, Lukrezia Jochimsen verlor drei Stimmen und hat mit 123 eine Stimme weniger erhalten, als die Linke in der Bundesversammlung besitzt.
Im dritten Wahlgang reicht nun die einfache Mehrheit für die Wahl zum Staatsoberhaupt aus. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird Wulff hier vorne liegen. Denn für die Linke ist Gauck nicht wählbar - kein Wunder, haben sich Sozialdemokraten und Grüne doch für einen Kandidaten entschieden, der in quasi allen Inhalten, vom Sozialstaat bis zu Auslandseinsätzen, klare konservative Positionen vertritt und wie ein lupenreiner Unions-Kandidat wirkt. Gesine Lötzsch (Die LINKE), die sich über das Ergebnis des ersten Wahlgangs freute, weil es "ein bisschen Leben in die Bude" bringe, stellte klar, dass die Linke bereit sei, einen gemeinsamen Kandidaten von Grünen, SPD und Linken im dritten Wahlgang zu unterstützen. Wer dies sein könnte, ließ sie offen - es solle kein Name verbrannt werden, so Lötzsch.
Dies ist jedoch undenkbar, so Sigmar Gabriel (SPD). Die Sozialdemokraten würden nicht auf die Linke zugehen, sondern nur hoffen, dass die Linke klug genug sei, den Kandidaten zu wählen, den die Mehrheit der Bevölkerung wolle. Mit ihrer Weigerung, für Gauck zu stimmen, verpasse die Linke eine Riesenchance, mit ihrer SED-Vergangenheit aufzuräumen. Damit kann es als sicher gelten, dass Christian Wulff im dritten Wahlgang gewählt wird.
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