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17.08.2010Politik-News
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Arbeitslosigkeit gefährdet die Gesundheit

Arbeitslosigkeit stellt nach einem DGB-Bericht ein Gesundheitsrisiko dar.

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Dass Arbeitslosigkeit aber auch krank machen kann, ist Ergebnis eines vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) herausgegebenen Berichts.

Ein erschreckendes Bild zeichnet sich ab. Während die Krankenstandsquote bei den Erwerbstätigen gerade mal 4,4% beträgt, liegt sie bei Beziehern von ALG I schon bei 7,9% und bei Beziehern von ALG II sogar bei 10,9%. Da man aber davon ausgehen kann, dass Arbeitslose bei kurzen Erkrankungen eher auf eine Krankmeldung verzichten, könnten die tatsächlichen Zahlen durchaus noch höher sein.

Auch bei älteren Arbeitslosen liegt die Krankenstandsquote deutlich über dem Durchschnitt. Bei den 50-54-Jährigen bei 13,5% und bei den 55-59-Jährigen sogar bei 15,2%. Sie sinkt wieder bei den über 60-Jährigen. Möglicherweise, weil hier der Eintritt in den Rentenbezug unmittelbar bevorsteht. Das Alter allein, kann kaum der Grund sein, denn die Zahl der Kranken liegt bei dieser Altersgruppe doppelt so hoch wie bei Berufstätigen gleichen Alters. Nur leicht erhöht ist die Krankenstandsquote bei jungen Menschen unter 29 Jahren. Da diese teilweise noch im Elternhaus leben oder von den Eltern unterstützt werden, kann vermutetet werden, dass diese zumindest die finanziellen Auswirkungen von Arbeitslosigkeit nicht so stark spüren. Auch finden die Jungen üblicherweise schneller wieder eine Stelle, als etwa ein 50-Jähriger.

Auffällig dürfte auch die Quote der psychischen Störungen sein, die bei Arbeitslosen mit 29% aller Erkrankungen mehr als doppelt so hoch liegen soll, wie bei Angestellten (14%). Besonders Frauen scheinen davon betroffen zu sein. Arbeitslose Frauen erhalten fast dreimal häufiger Antidepressiva verordnet als berufstätige Frauen, wie aktuelle Zahlen der Techniker Krankenkasse aus dem Jahre 2010 zeigen, die ebenfalls im Report des DGB veröffentlicht wurden.

Dass Arbeitslosigkeit nicht nur ein Problem für den Einzelnen ist, sondern neben den Unterstützungszahlungen auch weitere enorme gesamtgesellschaftliche Kosten generiert, zeigen die Daten von stationären Aufenthalten in Krankenhäusern. Arbeitslose müssen sich doppelt so häufig einer stationären Behandlung im Krankenhaus unterziehen wie Berufstätige. Dabei sind die Aufenthaltszeiten 2,8 Mal höher. Auch hier liegen psychische Erkrankungen an der Spitze. Aber auch von anderen Bereichen wie der Suchtproblematik sind Arbeitslose überdurchschnittlich betroffen. Chronische Folgeerkrankungen wiederum verursachen weitere Kosten und senken zudem die Lebenserwartung der Betroffenen. Man könnte auch sagen: Wer lange arbeitslos ist, wird eher krank und stirbt womöglich früher.

Wenn also Erwerbslosigkeit mit einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes einhergeht und das geht nicht nur aus diesem Report hervor, so besteht hier sowohl aus gesellschaftspolitischen, wie auch aus fiskalischen Gründen ein dringender Handlungsbedarf. Diesen mahnt auch der DGB als Aufforderung an die Politik an.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/148217
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