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26.08.2010Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Zwei Guardia Civil Beamte in Afghanistan erschossen

Die Taliban übernehmen die Verantwortung für den Anschlag, danach kam es zu Protesten vor dem Lager

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Inzwischen wurde bestätigt, dass drei Spanier gestern morgen in Afghanistan erschossen wurden. Der Fahrer des Chefs der afghanischen Polizei hat den Anschlag in der Nato-Basis Qalaw-i-Naw in der Provinz Badghis ausgeführt. Bei dem Angriff wurden Hauptmann José María Córdoba, Leutnant Abraham Leoncio Bravo Picallo und der Übersetzer Ataollah Taefi Kalili erschossen. Er war iranischer Abstammung, hatte aber die spanische Staatsbürgerschaft. Der spanische Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba sprach von einen "geplanten Angriff" des Attentäters. "Er wusste, was er tat", fügte Rubalcaba an.

Tags zuvor hatten 25 Taliban-Kämpfer ihre Waffen auf der Basis Qalaw-i-Naw abgegeben und Dokumente zu ihrer "Wiedereingliederung" erhalten. Gut möglich, dass der Anschlag eine Reaktion darauf war, um weitere Überläufer abzuhalten.

Schon zuvor hatten sich die Taliban in einem Kommunique zu dem Anschlag bekannt. Ihr Sprecher Qari Mohamad Yusuf versicherte, dass dabei "vier ausländische Soldaten und neun afghanische Polizisten" getötet worden seien. Der Fahrer Ghulam Sakhi habe "seit Monaten" Kontakt zu den Taliban gehabt und seither habe man den Anschlag geplant. Die paramilitärischen Zivilgardisten, die in Spanien auch Polizeiaufgaben ausüben, waren mit der Ausbildung von Polizisten beschäftigt, als der Fahrer aus einem Sturmgewehr das Feuer auf sie eröffnet habe. Es ist nicht der erste Anschlag, dieses Typs und er zeigt erneut, dass die Sicherheitslage in dem Land immer prekärer wird. Die Attacke erinnert an die gezielten Anschläge auf die Guardia Civil im Irak, die auch für den spanischen Geheimdienst gearbeitet haben.

Die Zivilgarden gehören auch in Afghanistan zur spanischen Militärmission. Nachdem die spanischen Truppen, damals ebenfalls Zivilgardisten, 2004 aus dem Irak abgezogen wurden, hat die spanische Regierung die Präsenz in Afghanistan zur Besänftigung der USA verstärkt. Nach der Neudefinition, wonach die Guardia Civil unter den Sozialdemokraten (PSOE) aus dem Verteidigungsministerium herausgelöst und einer "gemeinsamen Polizeiführung" im Innenministerium unterstellt wurden, kehren sie im Rahmen des US-Truppenabzugs auch wieder in den Irak zurück.

Nach dem Anschlag kam es zu etlichen Verletzten vor dem Lager. Auf der einen Seite wird berichtet, hunderte Menschen hätten versucht, das Lager zu stürmen, weil ein Afghane von den ausländischen Militärs im Lager erschossen worden sei. Andere Berichte sprechen davon, die Menschen hätten lediglich die Leiche des Fahrers bergen wollen und seien zurückgetrieben worden. Klar ist, dass dabei auch Schusswaffen zum Einsatz kamen und dabei gab es mindestens 18 Verletzte, einige davon wurden von den Kugeln schwer verletzt.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/148266
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