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26.08.2010Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Auch in den USA breitet sich die Islamfeindlichkeit aus

Wie früher beim Antisemitismus sind es die Konservativen, die älteren und weniger gebildeten Menschen, die stärker Angst vor dem Anderen haben

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In den USA kippt die Religionsfreiheit und wird die Islamfeindlichkeit, die viele Analogien zum Antisemitismus besitzt, zu einem politischem Kampfinstrument von rechten Strömungen, wie dies auch in der Europa der Fall ist. Im Zuge dieser Kampagne gegen die "Anderen", die derzeit Muslime sind, neigen auch immer mehr konservative und rechte Amerikaner dem Glauben zu, Obama, der erste afroamerikanische Präsident und dazu ein Demokrat, sei ein Muslim, was aber nicht stimmt. Der Vorwurf, Muslim zu sein, wird verwendet, um Obama zu diskreditieren.

Nach einer Pew-Umfrage sagen jetzt nur noch 34 Prozent, Obama sei ein Christ (2008: 47%), 43 Prozent wissen es nicht, sind also verunsichert, 18 Prozent, vornehmlich Konservative und Rechte) sehen in ihm einen Muslim (2008: 12 Prozent).

Dass die Stimmung kippt und sich Antiislamismus zu einem Nachfolger des Antisemitismus ausweiten könnte, zeigt eine andere Pew-Umfrage. Die Debatte in den USA hat vor allem der geplante Bau eines islamischen Zentrums in der Nähe von Ground Zero angeheizt (Ground Zero Mosque: Wahlkampf mit Angst und Feindbildern), aber sie köchelt natürlich seit dem 11.9.2001. Jetzt sagen noch 30 Prozent, sie hätten eine positive Einstellung zum Islam (2005: 41%), 38 Prozent haben eine negative Meinung. Hier hat sich allerdings weniger verändert, der Zuwachs beträgt nur 2 Prozent, die Unentschlossenen sind hingegen gewachsen.

Im Gegensatz zu der doch vorherrschenden negativen Haltung gegenüber dem Islam, der sich in Europa zunehmend ausbreitet, weil hier auch mehr Muslime leben, ist man in den USA bei der Bewertung aber noch zurückhaltender. Die Zahl derer, die den Islam als Schürer von Gewalt sehen, ist sogar um 3 Prozent auf 35 Prozent zurückgegangen, allerdings sind auch hier die Sympathisanten weniger geworden, die Unsicheren mehr. Deutlich aber wird, dass die Rechten mit der Ablehnung einer Moschee in der Nähe von Ground Zero punkten: 51 Prozent lehnen hier eine Moschee ab, nur 34 Prozent befürworten dies.

Aber, das könnten die vehementen US-Liebhaber und Islam-Angst-Schürer in Deutschland und Europa auch zur Kenntnis nehmen, 62 Prozent sprechen sich dennoch dafür aus, dass die Muslime ansonsten dasselbe Recht haben, ihre Gotteshäuser wie alle anderen Religionen zu bauen. 25 Prozent sprechen sich dafür aus, dass die Gemeinden dies verbieten können. Und wie immer, sind die Konservativen (Republikaner), die älteren und die weniger gebildeten Menschen dem Islam gegenüber ablehnender eingestellt. Das war beim Antisemitismus ja auch der Fall.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/148269
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