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30.08.2010Politik-News
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Der chinesische Angriff auf die Leitwährung

Immer deutlicher bringt China den Renminbi gegen den Dollar in Stellung

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Im Frühjahr 2009 hatte sich der chinesische Zentralbankchef der Forderung aus Russland angeschlossen, den US-Dollar durch eine neue internationale Leitwährung zu ersetzen. Sich derartig offen gegen die USA zu stellen, ist eher untypisch für das Reich der Mitte. Dort bastelt man lieber im Schatten an seinen Projekten, denn wenn allzu viel Licht auf die grellen Farben fällt, verblassen sie schnell.

Der russische Angriff auf den Dollar ist bisher nicht weit gekommen. China dagegen macht entscheidende Schritte, um den Renminbi immer stärker gegen den Dollar in Stellung zu bringen, um damit seiner Währung international das entsprechende Gewicht zu verleihen, nachdem das Land nun Japan als zweitgrößte Volkswirtschaft abgelöst hat. Der jüngste Vorstoß ist ein Programm, um den Renminbi weltweit als internationale Abrechnungswährung zu etablieren. Das Pilotprogramm, das bisher mit einigen asiatischen Staaten durchgeführt wurde, ist inzwischen ausgeweitet worden. Chinesische Unternehmen können nun Importe und Exporte direkt in der chinesischen Währung abrechnen.

Der Dollar, über den bisher abgerechnet wurde, bleibt außen vor, womit sich auch Wechselkursrisiken verkleinern und Gebühren sinken. Und dieses Programm wird nun auch von Großbanken sekundiert. Die britischen Großbanken HSBC und Standard Chartered, aber auch große die US-Institute wie die Citigroup und JP Morgan Chase werben für Renminbi-Geschäfte. Sie bieten den Kunden geringere Gebühren und andere finanzielle Anreize an, wenn sie ihre Geschäfte direkt in der chinesischen Währung abrechnen, wovon sich die Banken große Gewinne versprechen.

China will die Abhängigkeit vom Dollar verringern. Offiziell macht man sich im Reich der Mitte angesichts der extremen Verschuldung und einer US-Wirtschaft mit Schüttelfrost. auch Sorgen um die Sicherheit der US-Staatsanleihen. China stößt deshalb US-Staatsanleihen ab. Der Wert wurde vom Rekordstand schon um 100 Milliarden auf knapp 844 Milliarden Dollar reduziert. Zuletzt wurde bekannt, dass Peking im Juni Anleihen für 24 Milliarden verkauft hat, nachdem schon im Mai US-Anleihen für 32,5 Milliarden Dollar auf den Markt geworfen wurden. Den Ausstieg aus den US-Anleihen treibt China deshalb nur zaghaft voran, weil diese dramatisch an Wert verlieren würden, wenn das Beispiel Schule macht.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/148285
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