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07.09.2010Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

USA: Arbeitslose IT-Spezialisten im Abseits

Erwartungen an IT-Sektor als Arbeitsmarktzugmaschine werden nicht erfüllt

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Der IT-Sektor ist in den USA nicht die Arbeitsmarkt-Zugmaschine, die man sich erhofft hat. Obwohl sich der Sektor in der Rezession als weniger anfällig gezeigt habe und die Profite in diesem Jahr wieder gestiegen seien, beklagt ein Bericht der New York Times, dass die Neueinstellungen weit unter den Erwartungen geblieben sind. Es gebe nur eine Enklave, die von der Rezession völlig unberührt bleibe: Stanford-Informatik-Studenten, heißt es zugespitzt im Artikel, der von Langzeitarbeitslosen im IT-Bereich berichtet und deren mageren Aussichten.

Von der Regierung angefangen, die zur Wiederbelebung der Ausbildung in mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächern aufgerufen hätte, habe man hohe Hoffungen auf Arbeitsangebote im Technologiesektor gesetzt. Tatsächlich aber stehe man einem eher schrumpfenden, statt wachsenden Job-Angebot gegenüber. Die Beschäftigung in Feldern wie Datenverarbeitung und Software-Publishing habe abgenommen. Im Arbeitsfeld von Informatikern, Programmierern und Systemanalytikern gebe es eine Arbeitslosenquote von 6 Prozent, die sich im Vergleich zur allgemeinen Arbeitslosenquote von 9,6 Prozent im August noch besser ausnehme, aber deutlich höher ausfalle als in anderen höher qualifizierten Bürojobs ("White-Collar-Professions").

Es gebe für Lanzeitarbeitslose in diesem Bereich Hürden, die offensichtlich stärker ins Gewicht fallen als erwartet. Die schnellen Weiterentwicklungen in dem Sektor, mit denen Personen kaum Schritt halten können, wenn sie einmal aus dem Markt ausgeschieden sind, und die wachsende Nachfrage nach besonderen Spezialkenntnissen werden als hohe Wiedereinstiegshürde genannt. Und dazu eine Entwicklung, die schon seit längerem bekannt ist: die billigere Konkurrenz durch gut ausgebildete Arbeitskräfte in anderen Ländern, genannt werden Indien und China. Auf dem Arbeitsmarkt in den USA gebe es nicht genug Fachkräfte mit den geforderten avancierten Spezialkenntnissen, dagegen aber zu viele Personen mit Kenntnissen, die billiger woanders auch zu haben seien, so der Zeitungsbericht. Dazu wird eine Expertin für Outsourcing der Brandeis Universität zitiert:

"C++ ist jetzt eine internationale Sprache. Wenn das alles ist, was Sie an Kenntnissen haben, dann treten Sie in Konkurrenz zu Bewerbern in Indien oder China, die die Arbeit für weniger Geld erledigen."

Am Beispiel IBM wird dargelegt, dass die Verlagerung von Produktionsstätten ins Ausland nicht nur bedeutet, dass einfachere Tätigkeiten woanders billiger verrichtet werden, sondern dass an diesen Standorten auch Weiterentwicklungen geschaffen werden, die marktgerecht sind. Man sei dort näher an den Ansprüchen der Konsumenten. Da der Markt in den sogenannten Schwellenländern zudem noch andere Wachstumstumsraten beim Konsum verspreche, würden sich die Auslagerungen doppelt lohnen. Nun hofft man darauf, dass der Markt für Gesundheit, Pflege und Gesundheitsvorsorge künftig mehr Arbeitnehmer braucht. Diese Tätigkeiten seien schwieriger auszulagern.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/148329
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