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09.09.2010Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Deutsche Exporte brechen ein

Angeblich "überraschend" sind die Ausfuhren im Juli gegenüber dem Vormonat um 1,5% gesunken

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Eigentlich war es nicht anders zu erwarten, dass die deutschen Exporte im Juli zurückgegangen sind. Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat gestern anhand vorläufiger Ergebnisse mitgeteilt, dass im Vergleich zum Juni die Ausfuhren im Juli um 1,5% zurückgegangen sind. Die Einfuhren nach Deutschland fielen sogar um 2,2%. Diverse Medien bezeichnen diese Entwicklung als "überraschend", weil im Juni gegenüber dem Mai noch ein Plus von 3,7 % verzeichnet worden war. In Wiesbaden hält man sich aber in der Erklärung vor allem daran fest, dass im Vergleich zum Juli 2009 die Exporte um 18,7% zugenommen hätten.

Überraschend ist eigentlich nur, dass einige effektiv geglaubt zu haben scheinen, dass der durch Sondereffekte erzeugte Exportschub einfach weiter aufwärts gehen würde. Dabei hatte die Reaktion auf die Meldung, dass die Wirtschaft in Deutschland im 2. Quartal um 2,2% gewachsen ist, keinerlei Feierlaune ausgelöst. Allen, bis auf Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP), war klar, dass dies durch Sondereffekte, wie den günstigen Euro, erreicht wurde. Ein "Aufschwung XL", von dem Brüderle fabulierte, war nie in Sicht. Da die Exportnation Japan wegen des gestiegenen Yen im 2. Quartal fast wieder in der Rezession abgerutscht ist und die Ängste vor dem Double-Dip in den USA größer geworden sind, war eigentlich klar, dass die Exporte zurückgehen würden. Das hat auch damit zu tun, dass der Euro deutlich an Wert zugelegt hat.

So kann Deutschland derzeit nur darauf hoffen, dass über das neueste Konjunkturpaket der USA wieder ein Nachfrageschub kommt, um nicht bald auch hier vom Double-Dip zu sprechen. Schließlich sorgen die Sparprogramme, die Berlin fast ganz Europa aufgedrückt hat, dafür, dass in vielen Ländern die Importe eingebrochen sind oder einbrechen werden. Präsident Barack will die Konjunktur erneut mit 350 Milliarden Dollar schmieren. 200 Milliarden sollen als Steuervergünstigen durch Abschreibungen auf Firmeninvestitionen bis Ende 201 fließen. Dazu sollen 100 Milliarden über die nächsten zehn Jahre die Bildung und Forschung stärken und 50 Milliarden sollen in Infrastrukturmaßnahmen gesteckt werden. Allerdings wird die Verschuldung der USA damit noch dramatischer ansteigen und immer gefährlicher werden.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/148340
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