Obama: "They talk about me like a dog"
Zwei Monate vor den entscheidenden Midterm-Elections verschärft Präsident Barack Obama die Gangart
Bei einem Labour-Day-Gewerkschaftstreffen in Wisconsin beschwerte sich der sonst so zurückhaltend-staatsmännisch auftretende Präsident unverblümt über die "Special Interests", die Washington "eine sehr lange Zeit dominiert hätten: "Sie sind nicht immer glücklich mit mir und sie reden über mich wie über einen Hund. Das steht jetzt nicht in meiner vorbereiteten Rede, aber es ist wahr."
In seiner Rede wies er dann neuerlich der jahrelangen Misswirtschaft der Republikaner die Schuld an der wirtschaftlichen Misere zu und warf ihnen Realitätsverweigerung vor. Offenbar besteht im demokratischen Lager die Hoffnung, dass die US-Mittelschicht noch nicht vergessen hat, wem die missliche Lage zu verdanken ist. Jedenfalls erinnerte auch Bill "it's the economy, stupid" Clinton letzte Woche daran, dass es mehr als 21 Monate dauere, mit der republikanischen Misswirtschaft aufzuräumen, wobei er allerdings vermied zu erwähnen, dass wesentliche Finanzmarkt-Liberalisierungen in seiner Amtszeit fielen.
Auch Obamas Initiativen gegen die Finanzmärkte sind zwar recht plakativ ausgefallen, es muss sich aber noch erweisen, ob sie halten, was die Demokraten versprechen. Allerdings besteht wenig Zweifel, dass die "Special Interests" inzwischen etwas missmutig mit ihrem Präsidenten geworden sind.
Im November stehen jedenfalls das gesamte Repräsentantenhaus und 37 von 100 Senatssitzen zur Wahl. Laut aktuellen Umfragen sei Obama nicht mehr weit davon entfernt, in beiden Häusern die Mehrheit zu verlieren, womit seine Amtszeit vermutlich gescheitert wäre.
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