Jugendbanden zwingen El Salvador ein Transportverbot auf
Mit massiven Drohungen sorgten die Maras dafür, dass in einigen Landesteilen fast eine Art Generalstreik zu vermelden war
Die neue Linksregierung in El Salvador (siehe Neuanfang für El Salvador) hat den gewalttätigen Jugendbanden mit einer Strafverschärfung den Kampf angesagt. Die brutale Gewalt, mit denen ihre Mitglieder vorgehen, schockieren das Land. Das Gesetz schon im Juni auf den Weg gebracht worden, nachdem Maras in der Stadt Mejicanos einen Bus anzündeten. Dabei kamen 17 Menschen ums Leben. Das Gesetz zur "Ächtung der Banden" wurde schließlich am 2. September im Parlament von San Salvador mit 78 von 84 Stimmen verabschiedet. Demnach droht eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren für Anführer einer "Bande, Mara oder Mördergruppe…" und vier bis sechs Jahre für einfache Mitglieder. Strafbar ist nun auch die Kooperation mit den Banden.
Die Maras hatten in einem Kommunique die Regierung unter Präsident Mauricio Funes aufgefordert, "gegen dass Gesetz ihr Veto einzulegen “ und einen "transparenten Dialogprozess" gefordert, um eine "Lösung für den Gewaltkonflikt" zu finden. Denn der sei "Ausdruck der sozialen Ungerechtigkeit", die Jugendlichen in El Salvador nur die Wahl ließ, "Opfer oder Täter" zu werden. Da sich die Regierung nicht auf "Verhandlungen mit Kriminellen" einlassen will, versuchten die Maras mit dem aufgezwungenen Streik weiter Druck zu machen und der wurde zudem durch Aufstände von inhaftierten Mitgliedern in etwa der Hälfte 21 Gefängnisse des Landes sekundiert.
Außerhalb der Knastmauern standen deshalb von Dienstag bis Donnerstag zahllose Busse still und es blieben viele Läden geschlossen, weil die "Mara 18" und die "Maras Salvatrucha" gedroht hatten, alle anzugreifen, die an diesen Tagen ihre Waren oder Dienstleistungen anboten. Um die Drohung zu unterstreichen, wurde schon am Montag in Ilopango ein Bus abgefackelt. In der Stadt mit 160.000 Einwohnern, die im Zentrum des Landes liegt, sind die Maras stark und sie ist von Drogenkriminalität gezeichnet. Am Dienstag wurden weitere Fahrzeuge zerstört oder beschossen, die sich nicht an das Transportverbot hielten. Die Maras benutzten nun ein Mittel, dass zuletzt die FMLN-Guerilla im Bürgerkrieg angewendet haben, der 1992 beendet wurde. Heute stellt die FMLN (Befreiungsfront Farabundo Martí) die Regierung des Landes.
Viele Busunternehmer hielten sich an den aufgezwungenen Streik, obwohl die Regierung viel Militär und Polizei aufgeboten hatte, um sie zu schützen. Der Transportstopp kostet das Land einen zweistelligen Millionenbetrag, bezifferte die Handelskammer in der Hauptstadt den Schaden. Tatsächlich war in einigen Teilen des mittelamerikanischen Landes der Busverkehr nahezu komplett lahm gelegt. Auch wenn mehr als 50 Bandenmitglieder verhaftet wurden, änderte das nichts. Die Busunternehmer und Geschäftsinhaber fürchten Repressalien der Jugendbanden dann, wenn das Militär und die Polizei wieder abgezogen sind. Viele Busunternehmer zahlen ohnehin schon Schutzgeld an die Jugendbanden.
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