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20.12.2011Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Zweiteilung der EU

Die Menschen in vielen Ländern Ost- und Südeuropas sind im Unterschied zu denen in West- und Nordeuropa mit ihrem Lebensstandard unzufrieden und erwarten Schlimmeres

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In der EU gibt es nicht nur eine große Ungleichheit der Einkommen, sondern es gibt auch eine Kluft, wie die Bewohner der EU-Länder die gegenwärtige Krise wahrnehmen und ihre Zukunft einschätzen. Während es den Menschen in den west- und nordeuropäischen Ländern gemeinhin gut geht und sie mit ihrem Lebensstandard zufrieden ist, sieht es in den süd- und manchen osteuropäischen Ländern eher düster aus. Viele fürchten, dass die eingeleiteten Sparmaßnahmen ihr Leben weiter verschlechtern werden.

In allen EU-Ländern befragte Gallup zwischen März und Juni 2011 eine repräsentative Gruppe von etwa 1000 Erwachsenen. Dabei stellte sich heraus, dass in Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Griechenland, Lettland und Portugal mehr Menschen sagen, dass sie unter der gegenwärtigen Situation leiden, als dass es ihnen gut gehe. In Bulgarien beurteilen 45 Prozent ihre Lage als sehr schlecht und 5 Prozent als gut. Die Hälfte oder mehr ordnen sich in einer Skala von 1-10 allerdings in der Mitte ein, was Gallup so definiert, dass sie "kämpfen" müssen, um ihren Lebensstandard zu erhalten.

In Dänemark schätzen mit 74 Prozent die meisten Menschen in der EU als gut ein, als schlecht nur 1 Prozent. Auch in den Niederlanden, in Finnland, Österreich und Irland (!) geht es über der Hälfte der Menschen gut. In Deutschland sind hingegen nur 42 Prozent dieser Meinung, 13 Prozent geht es schlecht, 52 Prozent "kämpfen"

Allerdings liegt Deutschland mit an der Spitze, wenn es darum geht, ob die Menschen mit ihrem Lebensstandard zufrieden sind. Das sagen 88 Prozent der Deutschen, nur die Luxemburger (95%), Österreicher (93%), Holländer (91%) und Dänen (90%) sind zufriedener. Hingegen sind die Bulgaren mit am unzufriedensten, hier sind nur 25 Prozent zufrieden, 72 Prozent hingegen nicht. Auch in Litauen, Lettland und Rumänien sowie in Griechenland und Ungarn ist deutlich mehr als die Hälfte der Menschen unzufrieden. Da gärt es also, weil Menschen ihre Lage auch immer mit der der anderen im eigenen Land und im Rest der EU vergleichen.

Allerdings haben sich schon vor den letzten Krisenmeldungen die Ängste der Menschen in den meisten Ländern vertieft, dass es ihnen in Zukunft schlechter gehen wird. Schlusslicht ist verständlicherweise Griechenland, wo nur 4 Prozent sagen, dass ihr Lebensstandard besser wird, während 71 Prozent ein Absinken erwarten. Neben den Bulgaren (62%) erwarten dies auch 61 Prozent der Portugiesen (und 52% der Ungarn). Auch 47 Prozent der Italiener und 42 Prozent der Iren sehen einen Abstieg kommen. Mehr als ein Drittel der Menschen in Dänemark, Luxemburg oder Finnland glauben hingegen weiter, dass es ihnen besser gehen wird.

In einigen Ländern wie Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Österreich oder den Niederlanden geht zwar etwa ein Drittel der Menschen davon aus, dass es ihnen besser gehen wird, fast ebenso viele erwarten aber das Gegenteil, was zeigt, dass sich hier die Kluft in der Gesellschaft vertieft, aber sich die vermeintlichen Profiteure und Verlierer der Krise noch die Waage halten, während die Stimmung in Griechenland, Portugal und Ungarn nach dieser Erhebung explosiv zu sein scheint.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/151059
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