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19.12.2011Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Nordkoreanischer Staatschef Kim Jong-il gestorben

Südkorea versetzt Streitkräfte in Alarmbereitschaft

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Einem Bericht der Nachrichtenagentur KCNA nach starb der nordkoreanische Staatschef am Samstag im Alter von 69 Jahren während einer Zugfahrt an einem Herzinfarkt. Nordkorea ordnete deshalb Staatstrauer bis zum 29. Dezember an. Das Begräbnis Kim Jong-ils ist für den 28. Dezember geplant. Der Tod des Staatschefs kommt insofern nicht unerwartet, als bereits seit 2008 über dessen angegriffene Gesundheit und mögliche lebensbedrohliche Erkrankungen spekuliert wurde. Als möglicher Nachfolger gilt Kims dritter Sohn Jong-un, dem bereits in der Vergangenheit Führungsaufgaben übertragen wurden.

Nach der Nachricht fielen die Börsenkurse in Südkorea um 5 Prozent. Der südkoreanische Präsident Lee Myung-bak berief den nationalen Sicherheitsrat ein und versetzte seine Streitkräfte in Alarmbereitschaft. Auch die Zentralbank des Landes und andere Behörden beriefen Sondersitzungen ein. Als Grund dafür gilt die Unsicherheit, wie es mit dem nördlichen Nachbarn weitergeht. Diese Unsicherheit gründet sich nicht nur auf die Kernwaffen, über die das Land verfügt, sondern auch auf dessen extrem schlechte wirtschaftliche Lage.

Nach dem Trennungskrieg hatte sich die Wirtschaft Nordkoreas anfangs unter anderem durch intensiven Austausch sowohl mit China als auch mit der Sowjetunion relativ günstig entwickelt, so dass der nördliche Teil der Halbinsel bis Ende der 1960er dem südlichen sogar als wirtschaftlich überlegen galt. Dann erfand Kim Jong-ils Vater Kim Il-sung die Chuch'e-Ideologie. In den 1970ern ersetzte diese auch offiziell den Marxismus als Weltanschauung. Statt einer klassenlosen Gesellschaft propagierte man nun eine Art Ständestaat und "Freundschaft zwischen den Klassen". Die Nation wurde als klares Handlungszentrum der Politik definiert. Ein Modell, das in jüngster Zeit auch Nationalbolschewisten und Solidaristen in Europa als Vorbild diente.

Um die Autarkie, die in der Chuch'e-Ideologie ganz oben stand, zu wahren, wurden erhebliche Ressourcen in die Verteidigung gesteckt, wodurch in anderen Bereichen Forschung und Modernisierung zunehmend auf der Strecke blieben. Der Ideologie entsprechend wurde die Entstehung von Fortschritt durch Arbeitsteilung (auf welche sich sowohl die kapitalistische als auch die sozialistische Welt berief) verworfen, weswegen man dem internationalen Warenaustausch weniger Wichtigkeit beimessen konnte. Seit 1998 fiel auch der früher wichtige Handel mit den RGW-Staaten zunehmend weg. Flutkatastrophen in den Jahren 1995 und 1996 sowie mehrere Dürrejahre seit 1997 zeigten die Schwächen dieses Modells auf und führten zu schweren Hungerkatastrophen ebenso wie zu massiven Produktionsausfällen durch Rohstoffmangel.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/151064
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