Grün-Rot ohne Chancen
Die Deutschen scheinen weniger konservativ zu sein, als man vermuten würde.
Die Deutschen scheinen weniger konservativ zu sein, als man vermuten würde. Während in der Union, natürlich vor allem in der CSU, noch der Kampf tobt, ob homosexuelle Partnerschaften wie normale Ehen behandelt werden sollten, sprachen sich im aktuellen DeutschlandTrend immerhin zwei Drittel für Ausweitung des Ehegattensplitting auf gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften aus. Man hätte freilich auch das Splitting zugunsten von Familien mit Kindern streichen können, aber das ist ein anderes Thema.
Seltsam ist weiterhin, dass die Deutschen nicht nur Angela Merkel über alles stellen, sondern aus der SPD Steinbrück und Steinmeier präferieren. Näher betrachtet ist das weniger erstaunlich, beide sind nicht nur Erben von Schröder, sondern auch entsprechend blass gegenüber Merkel. Parteichef Gabriel, der ein wenig eigenwilliger fährt, kommt nicht gut an. Aber es ist sowieso klar, dass die übergewichtige Troika der SPD keine Gewinne bescheren wird. Ein neues Gesicht ohne Schröder-Vergangenheit wäre besser, würde aber wohl die SPD-Hierarchie beunruhigen.
Bei der Sonntagsfrage bleibt die Union stecken, 36 Prozent würden sie wählen. Die FDP käme sogar auf 5 Prozent, womit sich aber keine Regierung machen ließe. Aber SPD (29%) und Grüne (13%) sind ohne Linke (6 %) oder Piraten (7%) keine Alternative und würden nur ein Prozent mehr als Schwarz-Gelb haben. Da muss sich in der Parteienlandschaft und der politischen Ausrichtung also was tun. Schwarz-Grün hätte neben einer großen Koalition die besten Chancen, aber SPD und Grüne würden daran zugrunde gehen und wohl eine solche fatale Liaison nicht eingehen. Es bleibt also interessant.
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