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17.08.2012Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

China: Exportmotor stottert

Ausfuhren gehen zurück. Volksrepublik bekommt Auswirkungen der Euro-Krise zu spüren

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Auch China bekommt inzwischen die Eurokrise zu spüren. Am Donnerstag trat der Sprecher des Beijinger Handelsministeriums, Shen Danyang, vor die Presse, um die neuesten Zahlen für die ausländischen Direktinvestitionen in China bekannt zu geben. Die waren entgegen der Planung der Beijinger Wirtschaftslenker leicht rückläufig, berichtet die in Hongkong erscheinende South China Morning Post.

Planung heißt im heutigen China übrigens im wesentlichen nur die Vorgabe makroökonomischer Kennzahlen, eine Steuerung der Kreditvergabe und vielleicht mal ein Konjunkturpaket. Von der zentralisierten und detaillierten Wirtschaftssteuerung, wie sie früher in der Volksrepublik und der Sowjetunion üblich war, hat man sich bereits seit langem verabschiedet.

Aber zu den Zahlen: Die ausländischen Direktinvestition lagen in den ersten sieben Monaten des Jahres 3,6 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Shen zeigt sich allerdings zuversichtlich, dass die Kapitalzuflüsse wieder zunehmen werden. Zuletzt hatte es einen starken Anstieg gegeben, wenn der sich fortsetze, stimmt am Ende das Ergebnis fürs Jahr. Als Gründe für das leichte Abflauen nannte er Schwierigkeiten, Bauland zu finden, und steigende Löhne. Interessantes Detail am Rande: Während die Zuflüsse aus der EU um 2,7 Prozent zurückgingen, nahmen sie aus Deutschland um 27 Prozent zu.

Die ausländischen Direktinvestitionen sind insofern für die chinesische Konjunktur wichtig, als an den Investitionen in neue Fabriken und ähnliches viele Arbeitsplätze in der Bau- und der Grundstoffindustrie hängen. In China wurde in den letzten Jahren rund 50 Prozent der Wirtschaftsleistung in Infrastruktur, Wohnungsbau und Fabriken gesteckt. In Ländern wie Deutschland oder den USA liegt der Anteil dieser Anlageninvestitionen unter 20 Prozent des Bruttonationaleinkommens.

Sorgen macht man sich also noch nicht wirklich über die Entwicklung der Kapitalflüsse. Kopfzerbrechen bereitet eher der Export. Trotz aller Bemühungen der letzten Jahre, die Wirtschaft mehr auf den Binnenmarkt auszurichten, sind noch immer rund 200 Millionen Beschäftigte von der Warenausfuhr abhängig. Doch die entwickelt sich derzeit nicht wie gewünscht. Im Juli waren die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahresmonat um 16,2 Prozent zurückgegangen.

"Angesichts der sich ausweitenden europäischen Schuldenkrise und einer globalen Wirtschaft, die sich langsamer als erwartet erholt, rechnen wir damit, dass sich die Lage für Chinas Außenhandel in der zweiten Jahreshälfte verschlechtern wird", so Ministeriumssprecher Shen Danyang. Eigentlich, so sahen es die chinesischen Wirtschaftsplaner vor, sollten die Ausfuhren in diesem Jahr um zehn Prozent steigen.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/152603
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