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20.08.2012Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Abtreibung als Kindesbestrafung

Für den republikanischen Senatskandidaten Akin sind sexuelle Gewalttaten kein Grund, Schwangerschaftsunterbrechungen zu erlauben

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Was ist "legitimate Rape (Vergewaltigung)"? Gebraucht hat den Ausdruck ein Republikaner namens Todd Akin. Er kandidiert für den US-Senat. Was Akin in einem Fernsehinterview dem rätselhaften Begriff hinterherschob, war noch seltsamer: "Wenn es eine rechtmäßige (?) Vergewaltigung ist, dann hat der weibliche Körper Möglichkeiten, um das Ganze dicht zu machen."

Dem vorausgegangen war die Frage des TV-Interviewers, wie sich Akin zur Legimität von Abtreibungen stelle, wenn die Frau von einer Vergewaltigung schwanger werde. Akin ist ein bekannter rigoroser Abtreibungsgegner. Er versuchte dieser brenzligen ethischen Frage dadurch auszuweichen, indem er statuierte, es gebe nur einige wenige solcher Fälle, da nach seinem medizinischen Verständnis nur selten Schwangerschaften aus "rechtmäßigen Vergewaltigungen" (im Unterschied zu vorgetäuschten?) resultierten - aus oben genannten Gründen. So habe er dies von Ärzten verstanden. Sollte der weibliche Körper in den wenigen Fällen nicht in der geschilderten Weise funktioniert haben, dann müsse es Strafen geben, aber nicht, indem man das Kind bestrafe, sondern den Vergewaltiger, so Akins.

Seine Aussage im Orginal lautet: "It seems to me, from what I understand from doctors, that’s really rare. If it’s a legitimate rape, the female body has ways to try to shut that whole thing down. But let’s assume that maybe that didn’t work or something: I think there should be some punishment, but the punishment ought to be of the rapist, and not attacking the child."

Die Aussage des prominenten Abtreibungsgegners wurde rasch bekannt, sie kursiert in großen amerikanischen und internationalen Medien, die Empörung schlug hohe Wellen. Akins zog seine Aussage zurück, behauptete, er habe sich versprochen ("misspoke"). Indessen glaubt ihm kaum einer, da man dem religös bewegten Rechtsausleger, dem Verbindungen zu Lehren der Christian Supremacists nachgesagt werden, solche ideologischen Verdrehungen durchaus zutraut.

Für den Präsidentschaftskandidaten der Republikaner Romney und isnbesondere für dessen frisch bestellten Vize-Kandidaten Pual Ryan ist Akins Auftritt mehr als peinlich. Man beeilte sich, schnell auf Distanz zu gehen. Man teile diese Meinung nicht und eine Romney-Ryan-Regierung administration werde sich nicht einer Abtreibung im Fall von Vergewaltigung wiedersetzen, ließ man verlauten.

Tatsächlich zählt die Fabel von Frauen, die bei Vergewaltigungen wegen „hormones and stuff“ nicht schwanger werden, zu einer Reihe obskurer Anschauungen, die unter christlichen Sekten verbreitet sind und sich Zugang ins Lager der Republikaner geschaffen haben, klärt ein Mother-Jones-Bericht auf. Einer der Protagonisten sei ein "Anti-Abtreibungs-Arzt".

Eine Studie von 1996 stellte fest, dass die nationale Schwangerschaftsrate nach Vergewaltigungen bei 5 Prozent liegt; jedes Jahr würden rund 32.000 erwachsene Frauen durch Vergewaltigungen schwanger.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/152618
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