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31.08.2012Politik-News
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Südpazifik im Spannungsfeld von West und Ost

Zum Gipfel der Pazifikstaaten kommt neben US-Außenministerin Hillary Clinton auch eine Delegation aus China

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Anlass für die Zusammenkunft ist das von den Cookinseln ausgerichtete Pacific Islands Forum, ein jährlicher Gipfel der Pazifikstaaten zur Zusammenarbeit in Sachen Meeresschutz, Handel und Kriminalitätsbekämpfung. Neben den Staatslenkern von 16 Inselnationen schicken weitere 41 Staaten Vertreter zum Gipfel, darunter US-Außenministerin Hillary Clinton, die australische Premierministerin Julia Gillard und eine Delegation aus China.

Der Besuch Clintons wird weithin als Reaktion auf den steigenden chinesischen Einfluss in der Region gewertet. „Böse gesagt ist es fast, als würden die Amerikaner sagen: 'Hey, vergesst uns nicht'", so Michael Powles vom Zentrum für Strategische Studien in Wellington gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Einer Studie des Lowy-Instituts in Sydney zu Folge hat China in den vergangenen sechs Jahren mehr als 600 Millionen US-Dollar an Krediten in der Region vergeben, während sich das jüngste US-Engagement auf ein 20-Millionen-Dollar-Umweltprogramm beschränkte.

Viele Pazifikinseln sind in Ermangelung an eigenen Bodenschätzen und im Kampf gegen die Folgen des Klimawandels auf internationale Unterstützung angewiesen – so machen etwa beim Gastgeber Cookinseln neuseeländische Hilfsgelder noch immer 14% des Bruttosozialprodukts aus.

Wochenlang waren der Gipfel und der bis zur letzten Minute unbestätigte Besuch Clintons das bestimmende Thema auf Rarotonga, der Hauptinsel der Cooks. Als letzter Gast vergleichbaren Kalibers gilt Queen Elizabeth II, die das Palmenparadies 1974 besuchte. Um die Logistik des Treffens zu stemmen ist die Regierung auf die Unterstützung der 13.000 Einwohner angewiesen. SUVs wurden von privat geliehen, freiwillige Fahrer und Helfer geschult. Clinton wurde gebeten, ihren normalerweise aus 90 Personen bestehenden Tross auf die Hälfte zu reduzieren – allein aus Platzgründen. Bis zum Schluss war nicht klar, ob ihr zweites Flugzeug, eine Frachtmaschine, auf einen 1.300 Kilometer entfernten Flughafen nach Pago Pago ausweichen muss, weil schlicht der Platz zum Parken nicht ausreicht.

Die Cookinseln befinden sich 3.000 Kilometer nordöstlich von Neuseeland, mit dem sie in "freier Assoziierung" stehen – d.h. sie lassen sich in Fragen der Außen- und Verteidigungspolitik von Neuseeland vertreten. Die Minination lebt vor allem vom Tourismus und ist ein beliebtes Hochzeitsdomizil für die benachbarten Neuseeländer. 100.000 Besucher verzeichnen die Cookinseln jedes Jahr. Die Telefonnummern sind fünfstellig und das Parlament ist in einem Bungalow untergebracht. Die Inseln sind von weitgehend intakten Korallenriffen umgeben, die zum Schnorcheln und Tauchen einladen.

Henry Puna, Premierminister der Cookinseln, nutzte die internationale Aufmerksamkeit, um die Gründung des größten Meeresparks der Welt zu verkünden. Mit einer Fläche von 1 Million Quadratkilometern ist der Park dreimal so groß wie der Great Barrier Reef Marine Park. Er soll ökonomische Interessen mit Umweltschutz unter einen Hut bringen, neben Erhaltungsmaßnahmen sind auch kommerzielle Fischerei und Tiefseebergbau zugelassen. Für das Vorhaben wird um internationale Unterstützung ersucht.

Am Rande des Gipfels wird sich außerdem die australische Premierministerin Julia Gillard mit ihren Kollegen aus Nauru und Papua Neuguinea treffen, um die Wiedereröffnung von nach dort ausgelagerten Asylbewerberzentren zu diskutieren.

Die Bedeutung des Pacific Island Forum, das bereits seit über 40 Jahren stattfindet, befindet sich mit dem Besuch des UN-Generalsekretärs Ban Ki Moon im vergangenen Jahr und Clintons Visite wieder im Aufwind. Zu einer Vermählung zwischen ihr und einem Vertreter Chinas wird es aber vermutlich nicht kommen – obwohl die paradiesische Szenerie dies nahelegt. Im Juni haben die USA angekündigt, bis zum Jahr 2020 drei Fünftel ihrer Flotte im Pazifikraum stationieren zu wollen und luden damit den Unmut Pekings auf sich.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/152686
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