Kaution für Assange wird eingezogen
Weil sich Assange in die ecuadorianische Botschaft geflüchtet hat, wurden bereits 200.000 Pfund an Kaution von prominenten Unterstützern einbehalten
Für Julian Assange wird es nun wirklich eng, obgleich er eh schon zwei Monate in der Enge eines kleinen Zimmers der ecuadorianischen Botschaft in London verbringt. Aussichten, nach Ecuador ausreisen zu können, gibt es nicht. Zudem hat nun die britische Regierung versichert, dass Assange nicht in die USA ausgeliefert werden könne, wenn ihm dort die Todesstrafe drohe oder Menschenrechte nicht eingehalten würden. Das treffe auch auf die schwedische Seite. Nun müsste Assange ja nicht gleich mit einem Todesurteil bestraft werden, sollte er in die USA ausgeliefert werden, es würde auch schon eine lebenslange Strafe reichen. Und wie man mutmaßliche Verdächtige behandelt, ließ sich bereits an Bradley Manning sehen. Einen Aufschrei von der britischen und schwedischen Regierung hat man nicht vernommen, dafür aber Gerüchte, dass man sich in der USA schon darauf vorbereite, Assange den Prozess machen zu können.
Assange war auch nur deswegen schon nicht in britischer Haft, weil reiche und prominente Freunde ihm mit stattlichen Kautionszahlungen halfen. Damit scheint nun aber Schluss zu sein. 200.000 Pfund an Kaution, die von Jemima Khan, Ken Loach, Felix Dennis und Michael Moore kamen, sind nach Informationen des Guardian schon eingezogen worden, weil Assange sich nicht gestellt hat, sondern in die Botschaft Ecuadors geflohen ist, um sich der gerichtlich verordneten Abschiebung zu entziehen. Ähnlich könnte es den Kautionen in Höhe von weiteren 140.000 ergehen, die von neun Personen gezahlt wurden, darunter von dem Journalisten Phillip Knightley, dem Nobelpreisträger John Sulston und Vaughan Smith, in dessen Anwesen Assange lange Zeit wohnen konnte.
Gemäß dem Urteil, das gestern gefällt wurde, sind die 200.00 weg, diejenigen, die die weiteren 140.000 zur Verfügung gestellt haben, sollen bis zum 3. Oktober Zeit haben, Assange zu überreden, sich der Polizei zu stellen. Sonst werde auch dieses Geld einbehalten. Es könnte also noch einsamer für Assange werden, wenn seine prominenten Befürworter sich abwenden. Bei Geld hört schließlich der Spaß auf. Und Assange selbst ist bekanntlich mittlerweile knapp bei Kasse. Als die Drohung nach seiner Flucht in die Botschaft schon bekannt wurde, zeigten sich einige der prominenten Befürworter schon überrascht, dass er sich nicht stellt, sondern sich in die Botschaft flüchtete. Vaughan Smith oder Tariq Ali zeigten jedoch Verständnis.
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