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09.09.2012Politik-News
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9/11-Museum in New York im Stillstand

Das geplante Museum wird teurer als geplant, gestritten wird, wer die Betriebskosten zahlen soll

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Zwar rutscht 9/11 langsam ebenso in die Vergangenheit wie der Globale Krieg gegen den Terror (GWOT), aber der Angriff auf die ökonomische und militärische Macht der USA hat tiefe Wunden hinterlassen. Wen wundert es also, dass die Erinnerung auch für die künftigen Generationen wach gehalten werden soll, in dem ein Museum am Ort entstehen soll. Immerhin eine Milliarde US-Dollar soll es den Steuerzahlern kosten, aber wer für die Kosten aufkommt, ist weiterhin unklar.

Der Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, und der Gouverneur Andrew Cuomo können sich nicht einigen, wer die laufenden Kosten des Museums tragen und die Inhalte bestimmen soll. Wie die Anschläge und die Opfer dokumentiert und inszeniert werden, wäre alleine auch schon deswegen interessant, weil damit gleichzeitig auch die Angreifer gefeiert würden, die es geschafft haben, die Symbole der US-Macht zu zerstören.

In der wirklichen Welt ist es schwierig, wer zuständig ist, wie die New York Times berichtet. Es müssen sich nicht nur Bürgermeister und Gouverneur einigen, sondern auch der Gouverneur von New Jersey muss mitziehen. Die Verhandlungen scheinen nicht einfach zu sein, so dass bezweifelt wird, dass Museum 2014 mit der Fertigstellung des Freedom Tower, der nun bescheidener 1 World Trade Center heißt, auch seine Türen öffnen kann. Bloomberg hat Millionen an Spenden für das Museum eingetrieben und selbst 115 Millionen zugesagt, aber er 2013 könnte sein Amt als Bürgermeister zu Ende gehen, so dass die Schuld für eine Verzögerung an Cuomo gehen würde. Immerhin sind 450 Millionen an Spenden schon vorhanden. Nach der Stiftung würde der Bau noch ein Jahr dauern. Aber eigentlich hätten 700 Millionen an Spenden eingesammelt werden müssen.

Die für den Bau verantwortliche Port Authority hat den Bau letztes Jahr weitgehend gestoppt, weil nicht genug Geld von der Stiftung gekommen ist und der Bau wie üblich mit 1,3 Milliarden teurer wird, als zuvor projektiert. Aber nun ist erstmal Stillstand angesagt. Interessant würde allerdings trotzdem sein, wie die Erinnerung an 11/9 mit den Folgen, also dem Afghanistan- und Irak-Krieg, den steigenden Staatsschulden und dem Ausbau des Sicherheits- und Überwachungsstaats, zusammengebracht würde.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/152747
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