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09.10.2012Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Obama gerät wegen seiner schlappen Performance in der ersten Fernsehdebatte ins Hintertreffen

In der Mediendemokratie entscheiden nicht Argumente, sondern Auftreten

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Die erste Fernsehdebatte hat dem müde und interesselos wirkenden Barack Obama ins Hintertreffen geraten lassen. Nach einer Umfrage des Pew Research Center ging es danach abrupt nach unten. Haben im September noch 51 Prozent gesagt, sie würden Obama wählen, sind es jetzt nur noch 45 Prozent. Dafür würden jetzt 49 Prozent Mitt Romney wählen, im September waren es nur 43 Prozent. Besonders stark verloren hat Obama übrigens bei den Frauen, die sich offenbar von der einmaligen Performance von Romney stärker als Männer beeinflussen ließen.

In einer Mediengesellschaft wie der amerikanischen kann ein einziger Aufritt verheerende Konsequenzen haben. Es ist eine absurde Situation, schließlich sind es die politischen Überzeugen und Ziele, die die Gesellschaft gestalten, und nicht Performance an einem Abend. Romney testieren 66 Prozent der Befragten, er sei besser gewesen. Das bezieht sich aber nicht auf die Argumente, sondern auf die schauspielerische Leistung in einem theatralischen Boxkampf, bei dem es auf die schnelle Geste und nicht auf die langfristigen Folgen ankommt. Aber offenbar zählt vor allem, wer stärker, effizienter, listiger zu sein scheint, weil die innenpolitischen und außenpolitischen Zusammenhänge, die bearbeitet werden müssen, den Menschen zu komplex werden. Man vertraut der starken Persönlichkeit, nicht dem richtigten Ansatz.

Kein Wunder, dass die Anhänger von Romney sich nun mehr engagieren, während den Obama-Anhängern die Luft ausgeht, weil sie plötzlich auf der Verliererseite zu stehen scheinen. Romney übertrifft nun Obama in der Hinsicht, weil er neue Ideen hat, die aber nur ein vages Versprechen sind. Er steht gleichauf mit Obama als "starker Führer". Aber er gilt als weniger ehrlich, als radikaler und weniger verbunden mit den normalen Bürgern. Man glaubt jetzt aber eher Romney, dass er die Staatsverschuldung und die Zahl der Arbeitslosen senken und mit Steuern umgehen kann. Bei der Gesundheitsversorgung punktet Obama ebenso noch wie in der Außenpolitik. Zwar sagt die Mehrzahl, dass Romney eher den Reichen hilft und den Armen schadet, aber im Hinblick auf die Mittelschicht sind sie gleichauf.

Es könnte aber gut sein, dass Romneys Übungen in der Außenpolitik Obama wieder stärken. Bislang hat er sich schon als recht unwissend präsentiert, vor allem Israel den Rücken gestärkt und behauptet, die USA wieder stark zu machen. Während Obama eher auf verdeckte Aktionen setzt, will Romney den syrischen Rebellen direkt mit Waffen, auch mit Hubschraubern und Kampfflugzeugen, helfen und Iran auch militärisch unter Druck setzen.

Romney will die Kürzung der Militärausgaben daher wieder rückgängig machen. Der angestrebte schwache Staat soll innenpolitisch aber das Eigentum durch Polizei und Gerichte und außenpolitisch die wirtschaftlichen Interessen durch Militär und Geheimdienste sichern. Romney will, dass die USA weltweit wieder die Führerschaft übernehmen, aber das ist eine aggressive Politik, die wieder in den Krieg führen kann. Die Amerikaner dürften erst einmal kriegsmüde sein.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/152948
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