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31.10.2012Politik-News
Nachrichten aus Politik & Wirtschaft

Frankreich: Sechs Monate auf Bewährung für vollverschleierte Frau

Die 18-Jährige wollte sich in einer Polizeikontrolle nicht ausweisen und leistete Widerstand

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In Lille wurde gestern eine 18-jährige Frau zu einer Gefängnisstrafe von 6 Monaten auf Bewährung und einer Geldstrafe von 100 Euro verurteilt. Sarah B. war in einer Burka unterwegs, also vollständig verhüllt, und hatte sich geweigert, Polizisten ihren Ausweis zu zeigen.

Seit 2010 gibt es in Frankreich das Verbot, im öffentlichen Raum das Gesicht ganz zu verhüllen. Wer zuwiderhandelt, kann mit einer Geldstrafe bis zu 150 Euro belegt werden. Zwar gibt es in Frankreich kaum vollverschleierte Frauen, aber Ex-Präsident Sarkozy wollte damit populistisch punkten, auch wenn es zu Absurditäten führen kann.

Jetzt ging es allerdings nicht nur um das Burka-Verbot, sondern die junge Frau weigerte sich im August in der nordfranzösischen Stadt Roubaix nicht nur, sich auszuweisen, sondern hatte auch versucht zu fliehen. Dabei soll sie Polizisten geschlagen haben, die ihr folgten und sie schließlich festnahmen, sie soll auch versucht haben, einen Polizisten zu beißen, und sie hatte die Passanten aufgefordert, ihr zu helfen, der Islam die Vollverschleierung verlange. Das brachte ihr die Tatbestände des Widerstands gegen die Polizei, der Beleidigung, Rebellion und Unruhestiftung ein.

Zum Prozess in das Gericht in Lille erschien die Frau nicht, weil sie dann ihre Vollverschleierung hätte ablegen müssen. Die Staatsanwaltschaft hatte nur 3 Monate Gefängnis verlangt, das Gericht erhöhte die Strafe auf 6 Monate. "Wenn sie ihr Gesicht gezeigt hätte", so der Staatsanwalt, "dann hätte sie vermieden, ihren Eintritt ins Erwachsenenalter mit einer Straftat zu beginnen."

Interessant wäre gewesen, ob und wie man die junge Frau gezwungen hätte, die Vollverschleierung abzulegen, wenn sie die Gefängnisstrafe hätte antreten müssen. Da sie entschlossen zu sein scheint, die Verhüllung selbst bei Strafandrohung nicht fallen zu lassen und ihr Gesicht zu zeigen, könnte der Fall demnächst eintreten.

http://www.heise.de/tp/blogs/8/153092
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