Konflikt zwischen irakischer Regierung und Kurden
Während es im Irak vor allem um den Zugriff auf die Ölressourcen geht, kommt es nun in Syrien auch zu Kämpfen zwischen Kurden und sunnitischen Widerstandsgruppen
Zwischen der schiitischen Regierung in Irak und der kurdischen Autonomieregierung spitzt sich erneut ein Konflikt zu. Beiden Seiten stationieren bewaffnete Verbände an der Grenze, Gespräche zur Beilegung des Konflikts sind gescheitert. Damit zeigt sich erneut, dass der Irak weiterhin ein Pulverfass ist und die Gefahr besteht, dass der Staat am Konflikt zwischen Kurden, Schiiten und Sunniten auseinanderbrechen könnte. Bis letztes Jahr hatten US-Truppen ein Aufeinanderprallen der Peshmarga-Truppen und der irakischen Soldaten verhindert.
Die irakische Regierung und die kurdische Autonomieregierung streiten derzeit über den Grenzverlauf. Dabei geht es um die Städte Kirkuk and Khanaqin, vor allem aber auch, wer Zugriff auf die Ölressourcen der Region hat. Bagdad missfällt es, dass die Kurden selbständig Ausbeutungsrechte an ausländische Unternehmen geben und die Zentralregierung außen vor lassen. Der Konflikt schwelt schon lange (Konflikt um Kirkuk).
Schon im Sommer war es zu einem Truppenaufmarsch gekommen, die US-Regierung konnte damals noch Schlimmeres verhindern. Auch jetzt will die US-Regierung wieder vermitteln. Vordergründig geht es um die Einrichtung einer irakischen Kommandozentrale in Kirkuk, die von allen kurdischen Parteien abgelehnt wird, weil sie als Usurpation verstanden wird. Für die irakische Regierung dient sie dazu, die Sicherheit in der Region aufrechtzuerhalten.
Auslöser des aktuellen Konflikts war die Durchsuchung des Büros einer kurdischen Partei in Tuz Khurmato durch irakische Truppen. Es kam zu einem Schusswechsel mit der Peshmerga. Jetzt drohen die Peshmerga mit einem Angriff, wenn die irakischen Truppen weiter an der Grenze aufmarschieren.
Auch in Syrien wächst ein Konflikt zwischen Kurden und sunnistischen Islamisten. In der syrisch-türkischen Grenzstadt Ras al-Ain ist es bereits zu Kämpfen zwischen beiden Parteien gekommen. In Syrien haben, wie die Türkei argwöhnisch beobachtet, PKK-Kämpfer die Kontrolle über weite Teile der mehrheitlich von Kurden bewohnten Gebiete übernommen. So sollen Kämpfer der Al-Nusra Front und von Ghuraba al-Sham versuchen, die von PKK-Milizen besetzte Stadt zu erobern.
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