Putzhilfe vom Staat bezahlt?
CDU-Frauen unterstützen eine Haushaltshilfen-Subvention auf Gutscheinbasis, damit Mütter möglichst bald wieder in das Berufsleben einsteigen
Das wäre ein schöner Happen, der viele Mitnehmer reizen würde: ein staatlicher Zuschuss von sechs Euro pro Stunde für bis zu 15 Stunden im Monat, die an eine Haushaltshilfe bezahlt werden. Das könnte sich, wenn die Bedingungen dafür stimmen, also auf 90 Euro summieren. Wie die Bedingungen dafür genau aussehen, ist noch nicht bekannt. Das Gutscheinmodell soll aber schon stehen, berichtet der Focus.
Die Idee hinter dem Modell, das von Familienpolitikern aus der Union lanciert wird: Der Staat soll Haushaltshilfen mitfinanzieren, damit die Frauen nach der Geburt ihres Kindes entlastet werden und somit möglichst bald wieder in ihren Beruf einsteigen können. Die Hilfe zur Entlastung soll bis zu 18 Monate lang nach der Geburt gewährt werden. Man wolle damit dem Fachkräftemangel begegnen, heißt es und "Geringqualifizierten eine Chance geben". Das hat ein Gschmäckle - die mittleren und höheren Schichten bekommen vom Staat einen Zuschuss, damit für die Schlechtergestellten mehr Putz-und Bügeljobs da sind. Nicht eigens erwähnt wird die Idee, dass man damit vielleicht auch den Haushaltshilfen-Schwarzmarkt etwas bereinigen will.
Als Unterstützer der Haushaltshilfen-Subvention auf Gutscheinbasis werden namentlich die CDU-Frauen Ingrid Fischbach, Ursula von der Leyen und auch Kristina Schröder genannt - wobei es über letztere heißt, dass sie dem Vorschlag "offen gegenüberstehen" würde. Einen entsprechenden Regierungsentwurf gebe es nämlich nicht. Vielleicht will man erst die Stimmung dafür testen, nach dem Ärger, den das Betreuungsgeld verursacht hatte. Da auch die Zustimmung Schäubles noch aussteht, ist das Modell ein Versuchsballon. Die CDU will offenbar zeigen, welche Bonbons moderne Familienpolitik für die mittleren Schichten bereithalten könnte.
Die familienpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Caren Marks, erkennt im neuesten Vorstoß aus der Union eine gewisse Konzeptionslosigkeit, da man Müttern via Betreuungsgeld doch erst Anreize für das Zuhausebleiben gegeben habe. Die Grüne Brigitte Pothmer spricht von einem "Luxusproblem". Wenn die Rückkehr in den Beruf davon abhängig gemacht werde, ob der Staat 18 Monate lang "Einkaufen und Staubsaugen subventioniert", dann handele es sich um ein solches.
Teuer wird es auf jeden Fall. Spricht FDP-Generalsekretär Döring in seiner Kritik an der Haushaltshilfensubvention noch von maßvollen, aber angesichts der in Aussicht gestellten Leistungen unrealistischen 350 Millionen Euro, so rechnet man an anderer Stelle in höheren Dimensionen. Der Stern kommt auf eine Milliarde und vielleicht gar astronomische zehn Milliarden. Nach dem Hickhack um das Betreuungsgeld ist es unwahrscheinlich, dass die FDP die Pläne der Unionsfrauen unterstützt. Die CDU feilt an ihrem Wahlkampf.
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