Quo vadis, Italia?
Italien wählt links und im Senat Berlusconi
Mit ca. 37% wird das Linksbündnis um Pier Luigi Bersani nach der ersten Hochrechnung stärkster Block im Parlament. Doch Berlusconis Rechtsbündnis gewinnt – vor allem dank der Stimmen der nationalistischen Lega Nord in den Regionen Venetien, Friaul und Lombardei - mit 31,5% wohl die Mehrheit im Senat. Aber der eigentliche Wahlsieger heißt... Beppe Grillo! Sein "Movimento 5 Stelle" liegt im Senat mit 25% gleich auf mit dem Linksbündnis und hat Chancen auf den inoffiziellen Titel der stärksten Einzelpartei.
Da nützt dem vermeintlichen "Wahlsieger" Bersani und seinem Linksbündnis auch nicht die relative Mehrheit im Parlament. Um regierungsfähig zu sein, braucht er einen Partner. Das dürfte wohl der - mit unter 10% gnadenlos abgehalfterte – Ex-Premier Mario Monti sein. Das könnte theoretisch aber auch Beppe Grillos "Movimento 5 Stelle" sein. Mit seinen ca. 20% der Stimmen und hundert Abgeordneten ist ihm die eigentliche Sensation dieser Wahl gelungen. Ab sofort ist die Bewegung, die das Linksbündnis in Sizilien bereits in der Regierung toleriert, nicht mehr aus der italienischen Politlandschaft wegzudenken.
Das werden jedenfalls die spannendsten Koalitionsverhandlungen, die Italien wohl je erlebt hat. Neuwahlen nicht ausgeschlossen. Denn, folgt man den Koalitionsaussagen vor der Wahl, dann ist Italien, so wie es hier und heute steht, derzeit unregierbar.
In Berlin und Brüssel gibt es heute wohl Selters statt Sekt.
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