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__Unter Bankstern__
Artur Schmidt erklärt die Ursachen der Finanzkrise und deckt die Praktiken der Banker auf, die sich teilweise als "Bankster" erwiesen haben.
16. November 2008 23:23

autosuggestion

Joachim Durchholz schrieb am 16. November 2008 16:25

> blu_frisbee schrieb am 16. November 2008 10:18

> > Das Finanzsystem ist kein Fremdorgan im Kapitalismus, sondern 
> > dessen integraler Bestandteil, sozusagen dessen Herz.

> Nicht ganz - es ginge auch ein Kapitalismus ohne Finanzsystem.
> Aber es würde sich umgehend ein neues Finanzsystem entwickeln, wenn
> man die Banken abschaffen würde.

Ich vermute mal, daß du den Kapitalismus nicht verstanden hast,
und zwar zentral davon die Wertkategorie, die du ja (s.u.) als
subjektives Belieben verstehst und mit dem Preis verwechselst.
Da wirds dann schwierig ...

> > Wenn hier was krank ist, dann der Kapitalismus, komplett.

> Das ist Unsinn, komplett.
> Die Krise ist dadurch entstanden, dass es Fehlbewertungen gab
> (dadurch kann man Geld verlieren) und durch Käufe auf Kredit (dadurch
> kann man mehr Geld verlieren, als man eigentlich hat).

Ja, ja, die beliebten Fehlbewertungen, das subjektive Unvermögen,
das dann als Gier moralisiert werden muß, die übliche Apologetik.
Die Verwertung des Werts ist auf eine Schranke gestoßen, der große
Geldsee kann sich real nicht profitabel investieren und weicht 
auf das Spielcasino aus bzw. erschafft es erst. Wer den Geldozean
nicht sehen will und dessen Entstehung seit Ende der 70er Jahre
verbleibt halt mit seiner Analyse auf der Oberfläche.
Die Fehlbewertungen lassen sich auch nicht per Gesetz abschaffen
weil sie immanent sind in einem System, das zu viel Kapital für
zu wenige Investitionsmöglichkeiten erzeugt.

> > Da ist nix reparierbar,

> Aber ja doch.
> (a) Fehlbewertungen reduzieren. Dadurch verlieren die Banken nicht
> mehr so schnell so viel Geld.
> (b) Eigenkapitaldeckung der Banken wieder zum verbindlichen Maßstab
> machen, keine Risiken in Tochergesellschaften auslagern lassen.

> > die nächste Krise kommt sicher.

> Natürlich. Aber wohl eher aus menschlichen Faktoren: wenn sich
> genügend Menschen einig sind, können sie sich gegenseitig den größten
> Blödsinn einreden. Das war schon in der holländischen Tulpenkrise so,
> und wer sich mal die Welt der Briefmarken- oder Bildersammler
> anschaut, wird ähnliche kollektive Irrationalität vorfinden.
> Da wird ein Systemwechsel nicht viel bringen, fürchte ich.

Wenn zu viel Geld da ist entstehen zwangsläufig Blasen, unabhängig
vom beteiligten Personal. Die Kapitalfreiheit schließt die 
Spekulationsfreiheit mit ein, man kann nicht das eine ohne das
andere haben.

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