Telepolis eBook

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Synthetisches Leben

Auf dem Weg zum biologischen Betriebssystem

Verlag Heinz Heise
2,49 Euro
ISBN 978-3-944099-23-1
Februar 2014

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Als das J. Craig Venter Institute 2007 erstmals einen Patentantrag über ein Bakterium eingereicht hat, das im Laboratorium ingenieurtechnisch hergestellt ist, war das ein Paukenschlag und hat die Synthetische Biologie bzw. das Synthetische Leben mit ihren Zielen in der breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht. Als Synthetisches Leben bezeichnet man die Forschung, in der versucht wird, neue, nicht bereits in der Natur vorhandene biologische Teile und Systeme herzustellen und zu gestalten. Während Venter mit seiner Forschung dahin geht, neue Lebewesen schaffen zu wollen, geht es in der Regel darum, biologische Systeme gezielt zu manipulieren, umzuprogrammieren oder zu erweitern. Das nennen vor allem Kritiker auch "extreme Gentechnik" und warnen vor den möglichen Risiken für Mensch und Umwelt durch synthetische Produkte oder Organismen. Vieles wird wohl Utopie bleiben, aber manche Entwicklungen könnten unser Leben spürbar verändern. Erwartet wird, dass die Synthetische Biologie womöglich eine so entscheidende Technik wie die Elektronik werden könnte. Prognostiziert wird ein schnell wachsender Markt

Die Synthetische Biologie will grundsätzlich etwas Neues schaffen, das es so in der Natur nicht gibt. Als Vorbild dienen Ingenieure, die einen Bauplan entwerfen und auf dieser Grundlage neue Maschinen konstruieren. Vorgefertigte Teile oder Module - oft mit Legosteinen verglichen - spielen eine zentrale Rolle. Aber auch das Chassis-Konzept, das Venter verfolgt, um auf der Grundlage von radikal abgespeckten Einzellern neue Arbeitsmaschinen zu bauen. Das Telepolis-eBook, das auf teils online veröffentlichten Artikeln beruht, stellt die neue Forschungsrichtung und ihre bislang erzielten Erfolge ohne utopische Schwärmereien, wie sie gerne von den Vertretern der Forschung gemacht werden, aber auch ohne angsterzeugende Beschwörungen der möglichen Risiken, vor. Das Thema wird derzeit noch kaum in der Öffentlichkeit diskutiert, obgleich die Technik große Entwicklungspotenziale haben kann und eine Steuerung notwendig wäre. Bislang gibt es weder national noch global eine Kontrolle. Telepolis will die Diskussion mit diesem kurzem Überblick über die junge, vielversprechende Forschungsrichtung anregen.

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Inhaltverzeichnis:

Matthias Gräbner
Einleitung

Florian Rötzer
Der Weg zum künstlichen Leben
Eine Einführung

Volker Henn
Synthetische Biologie - neue Pläne für das Leben
Die synthetische Biologie nutzt die Grundbausteine des Lebens, um neue Substanzen und Systeme zu erzeugen

Volker Henn
Das synthetische Genom - ein Schritt zum Minimalorganismus
Die Synthese und Transplantation eines Bakterien-Genoms könnte zu einem Organismus führen, dessen Erbgut auf ein Minimum reduziert ist

Volker Henn
Stoffwechsel nach Maß
Synthetische Biologen verändern den Stoffwechsel von Zellen, um Substanzen für den alltäglichen Bedarf zu produzieren

Volker Henn
Die Zelle als Computer
Synthetische Schaltkreise führen logische Operationen in lebenden Zellen durch und erlauben die Entwicklung von Biosensoren

Volker Henn
Neuer Code für neue Proteine
Forscher wollen neuartige Proteine aus ungewöhnlichen Bausteinen erzeugen, müssen dazu aber den genetischen Code anpassen

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