Telepolis eBook

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Energiewende

Was ist geschafft, was steht noch an - und was klappt nicht

Heise Zeitschriften Verlag
4,99 Euro
ISBN 978-3-944099-96-5

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Die von der Bundesregierung in einer überraschenden Kehrtwendung nach der nuklearen Katastrophe von Fukushima im März 2011 ausgerufene Energiewende liegt nun zwei Jahre zurück. Bundeskanzlerin Merkel, die zuvor noch die Erneuerbaren Energien ausbremsen und den Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Atomenergie zugunsten der großen Stromkonzerne durchsetzen wollte, gab sich angesichts der Katastrophe belehrt. Kritiker sehen die Energiewende, die vollzogen wurde, allerdings primär als politisches Manöver, um nicht gegen die Mehrheit der Deutschen zu regieren und an der Macht zu bleiben.

Der Elan verflog schnell, es kamen Widerstände in der Industrie und der Regierung auf. Sorgen und Kritik wurden laut, dass der Strom zu teuer werde (obgleich die Preise für Strom aus Sonne und Wind nach unten purzelten) oder dass die Versorgungssicherheit gefährdet sei (obgleich Deutschland weitaus mehr Strom produziert, als benötigt wird, und daher große Mengen exportiert). Schnell wurde bei der Solarenergie auf die Bremse getreten, bei Wind setzte man vor allem auf teure Offshore-Anlagen, für die neuen Netze nötig waren. Insgesamt scheint der Bundesregierung unter der einstigen "Klimakanzlerin" die Energiewende, was die Produktion von Strom aus Erneuerbaren Energien betrifft, zu schnell zu gehen - und es scheint auch nicht zu gefallen, dass die Monopole der Konzerne durch die Dezentralisierung der Produktion und neue Akteure unterlaufen werden. Die Folge davon ist, dass Deutschland bei der Entwicklung und Umsetzung der Erneuerbaren Energien zurückfiel.

Im Vordergrund der Debatte um die Energiewende steht neben den Kosten und Profiten in aller Regel die Stromproduktion. Aber es geht um viel mehr - was die Situation unübersichtlich macht. Telepolis gibt mit dem eBook zur Energiewende einen längst notwendigen Überblick über die verschiedenen Bereiche von Sonne, Wind und Biomasse über Speicher, die notwendige Infrastruktur und die ungelöste Suche nach einem Endlager für den nuklearen Abfall bis hin zu Elektromobilität, Gebäudewärme und Energieeffizienz. Was ist bislang geschehen, wo mangelt es, wo wird in die falsche Richtung gegangen, welche Potenziale gibt es?

Gerne wird vernachlässigt, dass es nicht nur um Technik, Innovationen, Wirtschaft, Dezentralisierung und Arbeitsplätze geht, sondern auch um einen gewaltigen gesellschaftlichen Umbau der auf fossiler Energie beruhenden Industriegesellschaft, der den Alltag verändert und bedeutet, von Gewohnheiten und Vertrautem Abschied zu nehmen. Davon zeugt schon, dass in Zeiten niedriger Zinsen spannende und attraktive Energieprojekte nicht mehr nur bei Banken und Investoren neue Geldgeber finden, sondern auch über das Internet Kapital durch Crowdfunding einsammeln. "Würde man", so schreibt Norbert Rost, "die fossile Energiezufuhr von heute auf morgen abstellen, würden nicht nur der allseits beliebte Rasenmäher oder die elektrische Zahnbürste zum Zivilisationsrelikt mutieren, sondern unsere Gesellschaftsform würde mangels Mobilität, Wärme und selbsterhaltungsfähigen Subsystemen kollabieren. Fossile Energieträger sind energetisch gesehen das Fundament, auf dem unsere Gesellschaft steht. Die "Austreibung" der fossilen Energiequellen entspricht also dem Umbau des Fundaments bei laufendem Gesellschaftsbetrieb."

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Inhaltsverzeichnis:

Norbert Rost
Die Energiewende als (noch) unvollständige Kulturwende
Die Abkehr von den fossilen Energieträgern erschöpft sich nicht in der Reduktion von Klimagasen, der Abschaltung von Atomkraftwerken und dem Aufstellen von Windrädern, sondern wird die ganze Gesellschaft verändern

Wolfgang Pomrehn
Das Strompreislabyrinth
Weshalb wird der Strom für Privathaushalte immer teurer? Ist es wirklich die Energiewende?

Christoph Jehle
Energienetzausbau im Deutschland
Die Energiewende könnte am ehesten gelingen, wenn sie überschaubar dezentral beginnt

Wolfgang Pomrehn
Strukturwandel
Auch ohne den Umstieg auf die Erneuerbaren gingen und gehen Tausende Arbeitsplätze in der Energiewirtschaft verloren. Energiewende kann diese Entwicklung abmildern

Matthias Brake
Die erfolgreichen Prinzipien des EEG
Die schwarz-gelbe Regierung bremst aus dem Unbehagen gegen eine Demokratisierung der Energieerzeugung

Thomas Seltmann
Die Photovoltaik-Revolution
Weil der Ausbau alle Erwartungen übertroffen hat, zwingt Solarstrom zu einem Umbau des Strommarktes - oder einem Abwürgen des Ausbaus

Wolfgang Pomrehn
Viel Wind um den Wind
Offshore-Industrie wird gehätschelt, aber der eigentliche Ausbau findet nach wie vor an Land statt

Matthias Brake
Die janusköpfige Bioenergie
Klimaneutralität und Nachhaltigkeit stehen ebenso in Frage wie die Konkurrenz von Energie und Lebensmittel

Wolfgang Pomrehn
Speicher: Mosaiksteinchen und kühne Projekte
Neue Speicher braucht das Land, wenn die Energiewende gelingen soll. Doch einen Königsweg gibt es nicht

Matthias Brake
Energieschleuder Gebäudebestand
Das Passivhaus als kommender Gebäudestandard ist noch ferne

Matthias Brake
Energieeffizienz ist ungleich Energiesparen
Einen Schritt vor und wie viele zurück?

Matthias Brake
Der Mythos bröckelt - Verkehr nach PeakCar
In der Verkehrspolitik erweist sich die Koalition als Getriebene alter Heilsversprechen und der Überbewertung einer einzelnen Branche

Ralf Streck
Endlager verzweifelt gesucht!
Mit dem Atomausstieg rückt nun vor allem die Suche nach einem Endlager für den gefährlichen hochradioaktiven Müll auf die Tagesordnung

Lothar Lochmaier
Geld gegen sonnige oder windige Rendite?
Lokale Energiewende erhält Rückenwind durch Green Crowdfunding

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