Harald Taglinger06.07.2006
28. Endlich ein Plan
Drei kleine Helden: Igor Baladurin outet sich
und andere als große Mafia-Verschwörung, die durch "Stahlgewitter"
und den eingeschleppten "Siena"-Virus entscheidend gestört wurde.
Als er Alberto und Liana zur Wiedergutmachung auffordert beginnt er durch
einen kleinen Eingriff Völkers sich um sich selber zu drehen. Immer
noch tobt draußen das Internet und schickt seine Handyscharen aus.
Praktikant Völker hatten
ja alle ganz vergessen. Erleichtert schüttelten Liana und Alberto dem
jungen Mann die Hände und wollten wissen, wie es ihm denn mit seiner Lehre
gehe. Völker sah auf, schob sich einen neuen Kaugummi in den Mund und
antwortete in fließendem Rätoromanisch.
Liana und Alberto erstarrten.
"A, des isch…. Isch ja hintrhältig." "Ick krieje Puschtln."
Völker lächelte versonnen, stellte sich als Präsident der Rumantschen Befreiungsrfont (Undercover) vor und machte es sich, Karl Maria Ungert, den alle in der Familie immer KMU nannten, wenn er an Wochenenden wie tot auf seinem Liegestuhl sonnte, beiseite zu schieben. Ja, er sei natürlich eingewiesen worden, um die Gelder des Alten und vor allem seine Konten zu übernehmen. Aber dieser Russe sei ein wenig aus dem Plan geraten. Schließlich hatte er doch gewusst, dass Völker seinen alten Kumpel Arnd auf die Welt ansetzen würde, um sie ins Chaos zu stürzen. Das sei ja das politische Programm. Man habe nur einen Idioten gebraucht (Hier war Alberto kurzzeitig wirklich verärgert.), um den Mechanismus in Gang zu setzen, der schon bald in einer Übernahme von 60% des Weltvermögens durch die Rumantsche Minderheitenregierung enden werde.
"Abr sie sind doch ein Kindle."
Völker lächelte verschmitzt.
Nur weil er nicht mehr als ein Drittel dieser schwäbischen Tonne wog,
musste er deswegen ja nicht genauso wenig Hirn und Durchsetzungskraft
haben.
"Und, ick meine, det is doch allet nüscht weat, wenn uns die Sache um die Ohren fliecht. Herrje, tun se det Handy runter, wia erjebn uns!!!"
Völker hatte sein Smartphone gezückt und machte Anstalten es anzuschalten. "Dürfte ich, lieber Herr Nannini, bitte den besagten Datenstift von Ihnen noch einmal haben." Nannini stutzte. "Da ist nämlich das Codewort drauf, das man nur eingeben muss, um über dieses extra geschützte Gateway meines Handies den Prozess zu stoppen und nur die Banken zu behalten."
Nannini grinste und setzte
sich genüsslich. Und was wenn er ihn nicht hergäbe. Völker nickte und
zog eine Pistole. Eine Leiche mehr oder weniger in diesem Zimmer...Nannini
saß unbeweglich da und fragte, schon merklich leiser, was denn sei,
wenn er den Datenstift nicht mehr habe. Völker lud durch. Liana warf den
Stift auf den Tisch und sah Nannini verliebt an. Das Luder hatte doch
tatsächlich noch vom Tisch seiner Großtante etwas mitgehen lassen,
bevor sie in Siena getürmt war. Völker grinste und steckte Stift und Handy
zusammen. Das Passwort lautete STELLA, und Nannini biss sich auf die Lippen.
Mist, er hatte das immer für den Herstelleraufdruck gehalten. Eigentlich
ein schöner Name. Völker aktivierte den Code und merkwürdigerweise sprang
sofort der Bürokühlschrank wieder an und Ernst Ungert sprang wie ein aufgescheuchtes
Reh aus dem Schrank, der sich als mobile Datenschredderanlage entpuppte.
Das war knapp. Völker drehte sich verdutzt um, aber da hatte Ernst Ungert
ihn schon mit einem im Abendjudo gelernten Schlag niedergestreckt, ihm
die Waffe entrissen und ihn erschossen.
"Eeeeeeeeeeeeeeeeeernst."
"Mensch hier bringt jeder jeden um, ich will auch mal." Liana und Alberto wurde dieses Wochenende langsam zu viel. Und Ernst nahm das Handy auf, staunte, nickte dann und tippte in ein Feld seinen Namen ein. Am Montag würde unglaublich viele Nullen von diversen schweizer Geheimkonten auf seinen Namen umgepolt sein.
WIR SCHALTEN UM NACH VALS, FELSENTHERME VALS
Hans schreckte hoch, als
sein Handy im Zimmer plötzlich klingelte. Merkwürdig, kein Anzeichen von
Detonation. Ernst Ungert war am Apparat. Wie es Hans denn so gehe. Hans
Grab mochte vielleicht durch das viele Vollkornbrot und die netten Massagen
von Ludmilla "der Pranke" ein wenig weich im Schädel geworden sein, aber
irgendwie beunruhigte ihn Ernst nicht. Zumal der vom tragischen Tod des
Vaters sprach. Es gehe ihm nach dem verordneten Zwangsurlaub hier so la
la. Er könne das ewige Wasser nicht mehr sehen. Und er wolle endlich mal
wieder eine Currywurst. Was es denn so Neues gäbe.
"Ach, wissen Sie, ich habe mich dazu entschlossen, nach dem Tod von Senior die Gelder der GOLD AG zu nehmen und das Unternehmen auszulagern. Natürlich würde ich Sie gerne dabeihaben."
"Und diese Horkawawa?"
WIR SCHALTEN UM NACH ZUG, KANTON ZUG
"Und diese Horkawawa?" Ernst lächelte, als die pure Angst aus den Lautsprechern schallte und Liana schon zu einer Suada ansetzen wollte.
"Ach, Frau Horkawawa wird auch eine wunderbare neue Rolle bekommen. Kommen Sie doch morgen zum Flughafen Kloten und wir vier fliegen gemütlich zum neuen Firmensitz, gehen abends ein wenig am Strand spazieren und überlegen uns, wann wir in 20-30 Jahren mal wieder ein Meeting machen, nicht war?"
Alle vier lachten herzlich.
Das war ja wunderbar. Hans Grab versprach da zu sein und legte auf. Jetzt
wo dieser IT-Spuk weltweit ein Ende gefunden hatte, konnte man ja sogar
wieder sicher mit der Rätischen Bahn reisen.
Liana, Ernst und Alberto sahen sich lächeln an.
"Ernscht, sie nemmat uns doch die Maschkerade ned ibl, gell?"
"I wo, Liana, jeder muss sich im Büroalltag ein wenig nach aussen hin zurecht machen, nicht wahr?"
"Und Sie kennat mi scho für eventuelle Zärtlichkeita eiplana."
"Sie mich auch, werte Frau Horkawawa."
Da warn es nur noch Zwei…oder drei... Und in der nächsten
Folge: Der letzte Flug nach Usbekistan hat es in sich.