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GOLD AG

Harald Taglinger20.07.2006

29. Die Usbekistan Connection

Zwei kleine Helden: Inzwischen hat Ernst Ungert mit der Hilfe von Praktikant Völker die Auswüchse von Stahlgewitter beseitigt und Liana, Alberto und Hans zu einer wunderbaren Flugreise in ein neues Leben eingeladen. Hans und Liana eilen freudig zum Flughafen. Alberto ist das schon ein wenig klüger.

Alberto Nannini war lange Jahre ein Mitglied der Familie Ungert gewesen und kannte Ernst eigentlich von Kind an. Also seit seiner ersten Prostata Operation. In den folgenden Jahren hatte der langsam ergraute Jungspund alle Hände voll zu tun, die immer wieder fordernden Aufgaben seines Vaters zu erfüllen und blieb trotzdem immer glänzender Laune. Das hatte ihn Alberto ans Herz getackert. Und seine herrlichen Versuche IT im Unternehmen einzuführen, hatten Alberto schliesßlich als Berater auch reich und angesehen werden lassen.

Aber wie man sich nun eben auf einem gemeinsamen Lebensweg kennen und schätzen lernt, so versteht man einander auch in Situationen, deren Vokabular diametral zur Stimmung steht. Und so zweifelte Nannini gelinde gesagt ein wenig an der Flugreise ins Glück.

Bei einer gemeinsamen Pause, als man Samstag nachts die XML-Brothers, die Trümmer von Igor Baladurin und die Überreste der Rumantschen Befreiungsfront hinter dem Firmenparkplatz einbaggerte, war Nannini doch offen genug, die Absichten von Ernst Ungert zu bezweifeln.

"Ernst, wia hamm uns imma janz jut vastann. Jetzt is die fette Liana um die Ecke. Wat soll det mit dem Fluh mojen wirklich."

"Nichts."

"KommenseKommenseKommense, ick bin doch kene BoleroNonne."

"Wir beide, mein lieber Nannini, werden ja auch nicht mitfliegen."

Aha, das war schon einmal ein klares Signal. Es sei ein Flug speziell für die verdienten Kräfte des Marketings der GOLD AG und ihre Helfer. Und Ernst sei Alberto sehr dankbar, damals ein paar aufmunternde Worte über ihn im Wandschrank gehört zu haben. Deshalb sei er ihm zu mehr verpflichtet. Ob es wohl machbar sei, am morgigen Sonntag zu einer kleinen ausgedehnten Reise in Richtung Tessin aufzubrechen? Die Konten seien ja jetzt dank der Rumantschen Befreiungsfront voll und man könne sich auch einmal einen kleinen Urlaub gönnen. Das schien Alberto ein guter Gedanke. Er wolle nur noch eimal kurz ade zu Liana sagen. Oder eigentlich auch nicht. Die beiden ließen ihr ein wenig Arbeit zurück und machten sich im Wagen von Alberto zu einem kleinen Trunk auf. Ach ja, Mutter Ungert sollte man auch noch wegen des Todes von Senior anrufen.

WIR SCHALTEN UM NACH KLOTEN, ZÜRICH KLOTEN

Liana und Hans gaben sich vorsichtig die Hand und liefen zum Gate der Sondermaschine GOLD AG. Immerhin, die berufliche Karriere würde nun endgültig in sagenhaftem Reichtum enden. Hans sah nach ein paar Wochen Wasserkur auch durchaus attraktiv aus. Liana schnurrte vorsichtig. Nur nichts übereilen. Auf Südsee-Inseln würde man noch genügend Zeit füreinander haben. Die beiden bestiegen den Flieger, eine geräumige Maschine einer schweizer Bank mit netter Sitzecke und einem kleinen Berghütten-Imitat im hinteren Teil der Maschine. Na, wenn das nicht schon Luxus war. Hans Grab glaubte den Erzählungen von Liana mehr und mehr, Ernst ≠ IHR Ernst ≠ hatte durch einen klugen Kniff über ein Handy von den schweizer Banken sehr viel Geld geerbt. Und das "IHR" half ihm entspannen. Die würde wohl den armen Kerl sexuell zu Tode reiten, und dann würde schon Grab irgendwie an das Geld kommen.

Ein merkwürdiges Atmen neben ihnen ließ sie aufschreien. Jack Low Sky nahm den Helm ab und lächelte verschmitzt.

"Na? Alles Rosa?" "Jack, Mensch, wie kommst DU denn schon wieder hier her?"

Ernst Ungert habe ihn eingeladen. Als Dank für seine wunderbare Arbeit im Berghotel. Und das sei eine nette Maschine, alles vollautomatisch. Sogar ein Swimmingpool sei an Bord. Aber den würden sie wohl gerade reinigen, weil der so merkwürdig sprudele, ob jemand Lust auf ein kleines Star Wars Spiel habe?

In diesem Moment setzte die Maschine zurück, die Bar fuhr aus einem Seitenteil automatisch nach vorne und die drei machten es sich bequem in den plauschigen Stühlen. Nett. Die Maschine hatte ordentlich bumms und schoss nach dem Start geradezu senkrecht nach oben und nahm Kurs auf den Atlantik.

"Aber nebenbei: Wo sind denn Nannini und Ernst Ungert?

Alle drei sahen sich an, als in diesem Augenblick die Ansage sich einschaltete und alle Anwesenden willkommen hieß auf dem vollautomatischen Flug von Zürich nach Grönland. Dann sah man die Zeile "Next Stop: Siena" auf den Displays und die Maschine machte eine scharfe Nordwestkurve.

Liana murmelte halblaut. "Ehm, i heiss eigentlich Ingrid."

Da waren es nur noch zwei Schlawiner, eigentlich drei. Und in der nächsten Folge: Endlich kommt der wirkliche Drahtzieher ans Licht. Und Lugano hat eine Menge schönes Licht zu bieten.


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