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A-Maze

Mathilde muPe28.03.1996

Ein HTML-Labyrinth

Der unschuldige Netzwanderer verfängt sich im Web und muß sich abstrampeln, um wieder einen Link in die äußere Netzwelt zu finden. Durch die Röhren navigierend, stößt man auf Objekte, die helfen, die Röhren wieder zu verlassen. Diese Objekte werden, so lange bis sie benutzt wurden, als Icons am unteren Rand jeder Seite gezeigt. Die gesamte Konstruktion funktioniert auf zwei Ebenen. Die Keller-Ebene muß zufällig oder absichtlich aufgesucht werden, um durch das Röhrensystem zurück zum Anfangspunkt zu finden, wo eine gewölbte Web-Seite den Ausweg weist.

Beipackzettel:

Das World Wide Web hat, als ein wichtiges Feature, die Möglichkeit, Texte und Bilder in einer Vor-und Rückwärtsbewegung zu verbinden. In A-Maze gibt es keine anderen Links als solche, die einen immer mehr in die Sackgasse führen. Der User bleibt stecken im Netz, meinem Netz.Die Absicht ist, ein Kommunikationsgefühl durch das unpersönliche Web bis hin zum Endnutzer zu erzeugen. Der User kann sich diesem feeling des Gefangenseins hingeben oder A-Maze mit einem "click" ganz schnell wieder verlassen.

Technische Angelegenheiten: Da der heutige Endnutzer noch immer nicht die Systemressourcen hat, um alle Features führender Web-Browser wie z.B. Netscape voll auszureizen, sind die Seiten so rückwärtskompatibel wie nur möglich gestaltet. In dieser Phase sind die Seiten so schlank wie möglich gehalten und benötigen keine Zusatzsoftware, um den Datenstau im Netz, der durch Ladevorgänge entstehen würde, zu vermindern. Diese Web-Site ist auch ein Statement, nämlich daß es ohne Extra-Software und -Hardware auch heute schon möglich ist, ein interaktives 3D-Environment im Internet zu begehen.

Biographie Mathilde muPe:

Die autodidaktische Amsterdamer Künstlerin Mathilde muPe lebt und arbeitet in einem Umfeld der kreativen Hacker- und Kunstszene Amsterdams, die Projekte wie z.B. "de digitale stad" geschaffen hat.

Ihre "homebase" ist desk.nl, ein von zwei bis drei Leuten geführtes, offenes Computerlabor, wo bildende Künstler und andere Kulturschaffende in die Kunst des Web-Seiten-Gestaltens eingeführt werden.

Mathilde muPe selbst hat diese technische Unterstützung nicht nötig, da sie sich schon seit längerer Zeit ebenso intensiv mit Elektronik und Mikrocomputern beschäftigt wie mit Gestaltungsaspekten. Ihr Künstlername verweist weniger auf eine kulturelle Identität als auf eine Prozessorgeneration.

MuPe arbeitet hart am Code verschiedener Programmiersprachen. Doch bei aller technischen Beschlagenheit sind ihre Arbeiten sinnliche Gegenentwürfe zur Bürocomputerwelt, wie der normale User sie kennt. Ob mit ihrer Web-Site, mit ihrem Objekt "Multimedia Exzess" oder dem von ihr gebauten "Steinzeitcomputer", jedesmal scheint es ihr Ziel zu sein, Sinnlichkeit und Emotion in die Netzwelt zu bringen.

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