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Nachrichten aus Kultur und Medien

29C3 in Hamburg

30.12.2012

"Not My Department"

Der 29. Kongress des Chaos Computer Clubs geht heute am ungewohnten Standort Congress Center Hamburg zu Ende. Der Wechsel des Veranstaltungsgebäudes war aus Kapazitätsgründen unumgänglich geworden und wurde von den Teilnehmern durchweg als Fortschritt begrüßt. Zwar verliert der Chaos Communication Congress ein Stück weit den Charme nerdiger Improvisation im überlaufenen BCC, doch Verteilungsgerechtigkeit bzgl. bislang begrenzter Tickets sowie die praktischen Vorteile überwiegen eindeutig. Aufgrund des riesigen Platzangebots konnten diesmal etliche Initiativen berücksichtgt werden. So war etwa wieder die Wikipedia-Community vertreten, die das Kongress-Motto "Not My Department" ehrte und über die diesjährige Veranstaltung so informiert.

Auch dieses Jahr bot der Kongress insbesondere wieder viele politisch interessanten Panels. Die Keynote sprach TOR-Entwickler Jacob Applebaum, der über die Pläne der NSA berichtete. Am gleichen Abend folgten Whistleblower aus dem US-Justizministerium und der NSA. Spannend waren auch die Talks etwa über Medienmanipulation, Antiterrordatei, Geheimdienst-Murx und Trojaner-Träume. Transparenz in politische Vorgänge brachten die Beiträge über Open Data, Meldegesetz und Netzaktivismus. Einen gewissen Vaterstolz spürte man bzgl. des Hamburger Transparenzgesetzes, das auf die Hacker-Community zurückgeht.

Auch das Recht lässt sich "hacken". Ein Dauerbrenner ist die WLAN-Haftung. Große Schatten wirft GEMA-Herausforderer CS3 voraus. Zum kritischen Umgang mit IT gehört auch die beklemmende Auseinandersetzung mit der Herstellung von Geräten und den Arbeitsbedingungen. Kultureller Höhepunkt war wie in jedem Jahr die FnordNewsShow über politische Fuck Ups, Versagen von Sicherheitsbehörden und ähnliche Kuriositäten nebst sarkastischen Preisverleihungen.

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