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300 Euro pro Tag, Person und Konto dürfen abgehoben werden

28.03.2013

Heute eröffnen wieder die Banken in Zypern, mit einem sieben Tage gültigen Dekret versucht die Regierung, den Kapitalfluss zu kontrollieren

Fast zwei Wochen waren die Banken in Zypern geschlossen. 100 Euro konnten täglich am Bankautomat abgehoben werden. Heute öffnen die Banken ab 12 Uhr mittags wieder für sechs Stunden. Erwartet wird ein Sturm auf die Banken. Wer mehr als 100.000 Euro auf der Bank of Cyprus hat, muss mit der Einbehaltung von 40 Prozent rechnen. Wer Geld auf der Laiki Bank hat, die abgewickelt wird, muss mit einem Verlust von 80 Prozent rechnen.

Nur 300 Euro pro Konto und Person dürfen abgehoben werden, hat die zyprische Regierung beschlossen. Schecks werden nicht akzeptiert, Auslandsüberweisungen über 1000 Euro sind nicht möglich, es sei denn es handelt sich um normale Geschäftsüberweisungen, die bis zu 5000 Euro möglich bleiben. Zahlungen über 5000 Euro müssen von einem Gremium geprüft und gebilligt werden. Lohnzahlungen sollen auch nach Nachweisen weiter möglich sein. Wenn Anlagen fällig werden, dürfen nur 5000 Euro oder 10 Prozent ausbezahlt werden. Vorzeitige Kündigung ist untersagt. Bargeldlose Überweisungen, die die Restriktionen umgehen, sind den Banken verboten.

Angeblich gilt das vom Finanzminister Michalis Sarris bekannt gegebene, zunächst sieben Tage gültige Dekret, das mit einem Notstand und der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit begründet wird, für alle Banken, aber es soll auch Möglichkeiten geben, laxer damit umzugehen, um gesunden Banken ein Überleben zu ermöglichen. Um mit dem erwarteten Ansturm auf Bargeld zurechtzukommen, sollen von der EZB 5 Milliarden Euro an die Zentralbank in Zypern geliefert worden und am Mittwochabend mit einem schwer bewachten Konvoi eingetroffen zu sein.

Der Verdacht besteht, dass vor der Bankenschließung große Guthaben aus den zyprischen Banken ins Ausland geflossen sind. Da viel Geld auf dem Spiel steht, könnten die Investoren für rechtzeitige Informationen und schnelle Aktionen gut bezahlt haben. Die Regierung könnte dabei mitgeholfen haben, indem zunächst einmal alle Einlagen belangt werden sollten, was die Umsetzung herausgezögert hat. Auch zyprische Beamte sollen nach Gerüchten ihr Geld ins sichere Ausland transferiert haben. Der Parlamentspräsident Giannakis Omirou will die Gerüchte überprüfen lassen.

Ministerpräsident Anastasiades, der selbst Investoren beraten hat, will alle, die für die gegenwärtige Situation verantwortlich sind, strafrechtlich verfolgen lassen. Die Menschen hätten einen berechtigten Ärger, sagte er. Es werden aber berechtigte Zweifel geäußert, ob Mitglieder der früheren Regierung tatsächlich zur Rechenschaft gezogen werden können.

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