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Nachrichten aus Kultur und Medien

60 Jahre CIA-Operation Ajax

20.08.2013

Umfangreiche Akten der CIA zum Staatsstreich im Iran freigegeben

Zum 60. Jahrestag des CIA-gesteuerten Putsches im Iran von 1953 hat das der George Washington University angegliederte National Security Archive umfangreich freigegebene Akten veröffentlicht. Die CIA hatte damals finanzielle und personelle Mittel bereitgestellt, um den damaligen Premierminister Dr. Mohammad Mosaddeq zu entmachten, der sich mit Plänen zur Verstaatlichung der britisch Erdölgesellschaft (heute BP) und Geschäften mit der Sowjetunion unbeliebt gemacht hatte.

Das freigegebene Material zur "Operation Ajax" enthält nur wenige Original-Dokumente. Dies entsprach der damaligen Vorgehensweise, zu besonders geheimhaltungsbedürftigen Vorgängen möglichst wenig Beweismaterial zu produzieren. Dennoch liegt etwa Korrespondenz zwischen dem Leiter der berüchtigten Planungsabteilung Frank Wisner und CIA-Chef Allen Dulles vor, der den eigentlich zum Spionieren gedachten Auslandsgeheimdienst zum Instrument klandestiner Politik aufbaute. Vor Ort wurde die Operation von Kermit Roosevelt geleitet, einem Enkel des vormaligen Präsidenten. Zunächst lancierte die CIA eine Propaganda-Kampagne, die Mosaddeq als Kommunist erscheinen ließ. In einer zweiten Phase inszenierte sie Unruhen. Nach der Vertreibung sollte schließlich ein Verbündeter, Fazlollah Zahedi nachfolgen, der das Kriegsrecht ausrief.

Der Putsch, der insbesondere auch dem mit Dulles befreundeten Schah Reza Pahlavi nutzte, galt der CIA als gelungener Coup und Blaupause für künftige Schattenpolitik. Die Methode der gesteuerten Staatsstreiche gelang ähnlich reibungslos etwa 1954 in Guatemala. Nachdem sich die schmutzigen Tricks der CIA allerdings herumgesprochen hatten, brachte die CIA in den Folgejahren schon aufgrund des geweckten Misstrauens insbesondere im arabischen Raum mit Subversion langfristig kaum mehr ein Bein an die Erde. Auch die von den USA gestützte Monarchie im Iran währte nur bis 1979.

Den Großteil des freigegebenen Materials bildet die Dokumentation und Aufarbeitung, welche CIA-Historiker für dienstinterne Zwecke zu verschiedenen Zeitpunkten angefertigt hatten. Dokumentationen aus englischer Sicht steuerten die British National Archives bei. Die Historiker beklagten nach Sichtung der Akten die ihrer Ansicht nach unbegründet lange Geheimhaltung.

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