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78 Prozent der US-Amerikaner sind Kreationisten

19.12.2010

40 Prozent glauben gar, seit Jahrzehnten weitgehend unverändert, dass Gott die Menschen vor 10.000 in ihrer jetzigen Gestalt geschaffen hat

Die USA sind doch noch God's own country. Sollte man zumindest denken, wenn man berücksichtigt, was sie über die Entstehung des Menschen denken. Auch wenn die Zahl der Religiösen selbst in den USA eine der letzten Religionshochburgen der westlichen Welt allmählich zurückzugehen scheint, nimmt deswegen die Orientierung an Aufklärung und Wissenschaft nicht wirklich zu.

Ist man religiös, mag man zwar die Wirklichkeit anders als ein Atheist und Wissenschaftler betrachten, aber man scheint dabei glücklicher zu sein, hat uns erst kürzlich wieder eine Studie verraten, während eine andere herausgefunden haben will, dass Religion die Gesellschaft zusammen hält, was allerdings beides Marx zu bestätigen scheint, dass Religion das Opium fürs Volk ist. Andere Studien sehen einen für die Gläubigen negativen Zusammenhang zwischen Religion und Intelligenz. Die Obermemetikern Susan Blackmore hat vor kurzem der Religion immerhin bescheinigt, kein Virus zu sein, weil die Religiösen sich besser sexuell reproduzieren.

Wie auch immer, Religion heißt auch Hörigkeit und lässt glauben, was einst in der Bibel geschrieben wurde – und Religion ist auch mit politischem Konservatismus verbunden. Daher ist es wenig erstaunlich, wenn die religiösen Menschen in den USA nicht nur dem Kreationismus zuneigen, sondern sie sich auch eher den Republikanern zuordnen.

Nach einer aktuellen Gallup-Umfrage sind noch immer 40 Prozent aller US-Bürger Meinung, dass Gott die Menschen vor 10.000 Jahren in ihrer jetzigen Gestalt geschaffen hat. Selbst 22 Prozent der Hochschulabgänger und 37 Prozent derjenigen mit einem College-Abschluss vertreten diese Meinung. Allerdings beschränkt sich die Abwehr der Evolution nicht auf die regelmäßigen Kirchengänger, von denen immerhin 60 Prozent harte Kreationisten sind. Wenn aber nur 2 Prozent von diesen meinen, dass die Menschen sich ohne Einwirkung Gottes entwickelt haben, während 31 Prozent einer von Gott gelenkten Evolution, also dem sogenannten Intelligent Design, anhängen, macht das dann doch 91 Prozent zu Kreationisten. Wer nicht zur Kirche geht, scheint doch stärker immun zu sein, auch wenn selbst hier nur 31 Prozent keine Einwirkung Gottes in der Evolution sehen.

Insgesamt sind nur 16 Prozent der US-Bürger Anhänger der Evolutionstheorie, zu den 40 Prozent harten Kreationisten kommen nämlich noch 38 Prozent Anhänger des Intelligent Design. Auch wenn sich deren Zahl im Vergleich zu 1982 um 7 Prozent erhöht hat, sind die harten und weichen Kreationisten erstaunlich konstant und unbeirrt geblieben: 1982 gab es mit 44 Prozent noch ein wenig mehr harte Kreationisten, 38 Prozent waren Anhänger des Intelligent Design. Während zwar auch zwei Drittel der demokratisch oder unabhängig orientierten Menschen zum Lager des weichen und harten Kreationismus gehören, sind es bei den Republikanern 88 Prozent.

In Deutschland können nach Umfragen etwa 40 Prozent dem Lager des weichen und harten Kreationismus zugerechnet werden, 46 Prozent gehen von einer Evolution ohne Einwirkung Gottes aus. In einer anderen Umfrage aus dem Jahr 2005 vertreten 60 Prozent der Deutschen die Evolutionstheorie.

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