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Abnehmen mit Fast Food oder fettreicher Ernährung?

18.09.2012

Israelische Wissenschaftler glauben, eine einfache Methode gefunden zu haben, wie man gegen Fettleibigkeit vorgehen kann, ohne eine Diät einhalten oder gar hungern zu müssen

Fast Food hat einen schlechten Ruf. Neben zuckerhaltigen Getränken gilt es als eine der Hauptursachen für die Epidemie der Fettleibigkeit, die aller Orten beschworen wird. Entwickelt werden Programme, um die Menschen zu mehr Bewegung und besserer Ernährung zu bewegen, helfen tut dies offenbar nicht allzuviel. Nun springen israelische Biochemiker von der Hebrew University of Jerusalem der Fastfoodindustrie in die Bresche und behaupten, dass man mit Fastfood auch abnehmen kann, wenn man sich die fetthaltige Ernährung nur richtig einverleibt.

Das Rezept ist eigentlich ganz einfach und hat, wie die Wissenschaftler in der Zeitschrift FASEB-Journal (Journal of the Federation of American Societies for Experimental Biology) berichten, zumindest bei Mäusen funktioniert. Man muss den Mäusen offenbar nur genau zu den rechten Zeiten die hochfetthaltige Nahrung geben. Dann nehmen sie ab und nicht zu. Viele essen also womöglich nicht das Falsche, sondern nur zu falschen Zeiten. Auch vorhergehende Studien hätten ergeben, dass der Metabolismus gestört wird, was zur Fettleibigkeit führen kann, wenn man die täglichen Rhythmen der Mäuse unterbricht oder ihnen ein sehr fettreiches Futter gibt.

Die Wissenschaftler gingen von der Annahme aus, dass zeitlich strikt geregelte Futterzeiten die biologische Uhr stabilisieren könnte, was wiederum die Auswirkungen einer fettreichen Ernährung reduzieren könnte. Den Versuchsmäusen fütterten sie daher die Mäuse 18 Wochen lang zu festgelegten Zeiten an jedem Tag und während einer gewissen Länge mit einer sehr fettreichen Nahrung. Zum Vergleich gab es drei Kontrollgruppen: eine Gruppe erhielt fettarmes Futter zu festgelegten Zeiten, die andere zu unregelmäßigen Zeiten und Häufigkeiten und die dritte konnte ungeregelt sehr fettreiches Futter fressen.

Die Mäuse in allen vier Gruppen gewannen an Gewicht. Am dicksten wurden die Mäuse, die unregelmäßig fettreiches Futter erhalten hatten. Die Mäuse, die zu festen Zeiten fettreiches Futter erhalten hatten, hatten ein um durchschnittlich 12 Prozent geringeres Gewicht, einen um 21 Prozent geringeren Cholesterinspiegel und die 1,5-fache Insulinsensitivität als diejenigen, die unregelmäßig fettarme Diät erhielten, obgleich beide Gruppen gleich viele Kalorien zu sich nahmen, überdies veränderte sich der Metabolismus, was sich auch an der Expression verschiedener Gene zeigte, so dass das aufgenommene Fett offenbar nicht gespeichert, sondern zu den Zeiten verbraucht wurde, wenn es nichts zu fressen gab. Gegenüber den Mäusen, die unregelmäßig fettreiche Nahrung erhielten, waren die Unterschiede teilweise noch deutlicher. Sie hatten ein um 18 Prozent geringeres Körpergewicht, einen um 30 Prozent niedrigeren Cholesterinspiegel und eine 3,7-fache Insulinsensitivität.

Für die Wissenschaftler zeigt das Ergebnis, dass ein strenger Zeitplan für das Essen Fettleibigkeit verhindern und sogar "die schädlichen Folgen einer fettreichen Diät korrigieren kann". Man könnte also im Prinzip weiter Fastfood oder überhaupt fettreich essen, wenn man es immer nur um dieselbe Zeit macht. Das würde die Verdauung verbessern, so dass man auch nicht weniger essen muss, um abzunehmen. Damit wäre die Bekämpfung der Fettleibigkeit eigentlich ganz einfach, falls dies auch auf Menschen zutreffen sollte, sie müssten nur die Disziplin aufbringen und die Möglichkeit haben, jeden Tag zu selben Zeit ihren Schweinebraten, die Pommes Frites oder ihre Supersize-Burger zu essen.

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